Seite 04

Montag, 13. Juni


 3. Woche on the road

Gestern nochmals recheriert. Tunnel benutzen in Richtung Monafossen und auf der Rücktour über die alte Passtrasse fahren, dort aber aufpassen weil sie wird nicht mehr gepflegt.

Kleine Änderung morgens bei der Abfahrt: ich fahre erst zum Ort zurück und werde einkaufen. Habe nichts mehr frisches und Auflage. Das klappt hervorragend. Meine Nase hat mich sofort zum COOP geführt.

Jetzt zurück über die Schotter/Gravelroad zu dem besagten Tor. Rad entladen und alles rüber, dann das Rad und wieder aufladen und alles sicher verstauen.

Etwa 200 m geht das mit dem Weg, dann rechts hoch fahren nicht möglich, also schieben.  Das sind gut und gerne 50 m. Ich fahre ein Stück, nochmal das gleiche. Eine längere Abfahrt in Schrittgeschwindigkeit filme ich mal. Das kostet Zeit. Mein Gedanke geht ans Ende des Weges. Was passiert wohl am Ende des Weges bei dem Fluss?
Glück gehabt, drei Tore, alle offen. Über eine Holzbrücke gelange ich auf eine Pferdeweide, die ich überfahre, nochmal Tor auf und zu und ich bin wieder auf der Strasse. Für diesen guten Kilometer habe ich fast eine Stunde gebraucht, aber auch herrliche Aussichten gehabt.






harmlos



na, wo ist denn der Weg?



für ein Reiserad schon eine Herausforderung, man sieht sie hier nicht die tiefen Löcher




aber geschafft und nochmals Postkartenmotive





Weiter zum Monafossen, der Wasserfall mit dem höchsten freien Fall in Norwegen. Schaffe ich das heute noch? Mal schaun. Noch halten sich die Steigungen in Grenzen. Aber da! Alle Träume sind dahin. Eine schöne anzusehende Steigung. In mehreren Serpentinen windet sich die Straße dem Berg hoch. Das wirft zeitlich alles zurück. Aber ich will dahin.

Noch vor der Steigungsstrecke überholt mich ein Lkw. Nichts besonderes. Hier und jetzt doch. Er hält an, der Fahrer springt raus und fragt mich ob er mich mitnehmen soll. Das "ja"  war noch nicht ausgesprochen, da ging die Hubbühne runter, Rad drauf, Hubbühne wieder hoch,  Rad rein und mit einem Gurt wird es befestigt.





Wir steigen ein und ab ging die Fahrt. Ein Paket bei der Schule abgegeben und weiter. Ich kann dich kurz vor dem Tunnel absetzen, okay? "Okay". 200 m vor dem Tunnel war seine letzte Liefer und Abholanschrift. Das passte ja. Ich bedanke mich und fahre zum Tunnel. Licht vorn und hinten eingeschaltet und  durch den Tunnel. Kein Verbot für Radfahrer. 3,8 Km, die alte Passtrasse ist über 10 km lang.
Der Lkwfahrer sagte mir noch, das die Tunnel durch Berge fast immer für Radler frei sind, nur nicht die, die ins Meer führen, da diese meist steil runter und  steil wieder hoch gehen.





Der Tunnel hatte kaum Steigung und das Gefälle ließ das Rad mit 30 dahingleiten.

Eine ganz andere Gegend nach verlassen des Tunnels. Schmale Strasse diverse Höfe. Idyllisch.



Da ein Auto am Fahrbahnrand und mehrere Personen rechts und links. Was ist passiert?
Ein Yakkalb lief auf der Strasse. Der Besitzer wurde versucht anzurufen aber der junge Mann hier auch vor Ort musste dann mit seinem Quad (hier sind es keine Spielgeräte sondern Arbeitsfahrzeug) dorthin fahren. Ich unterhielt mich kurz mit seiner Frau die hier mit allen möglich Viehzeug lebt. Sie bestaunte mein Rad und sah sofort die Leitung vom Nabendynamo in die vordere Tasche. " Da werden doch wohl Akkus aufgeladen, nicht wahr?"

Recht hat sie, und ist damit die erste Person, der das sofort auffiel.

Der Monafossen ist sehr schön, aber gleich nach zwei Kilometern gibt eine kräftige Steigung, sagte sie noch.
Und nach Punkt zwei Kilometer kam sie,  ich sah die Serpentinen und biss die Zähne zusammen. Im 1. Gang fuhr ich in eins durch, was ich selbst nicht geglaubt habe. Kurz danach kam der Parkplatz. Ich nahm noch eine Stärkung zu mir und es ging eigentlich nicht viele Höhenmeter aufwärts, aber die hatten es in sich. Sehr steil am Berg hinauf, zum Teil mir massiven Stangen, die mit Ketten verbunden waren, um sich daran hochzuziehen, und beim Abstieg ebenfalls Sicherheit geben. Zwei junge Mädchen, bepackt mit Rucksack und  Schlafsack machten sich fertig aber zu einer Hütte,  die sie wohl in 6 Stunden erreichen werden, da übernachten und dann zurück kommen, wie sie mir sagten. Sie kommen aus Norwegen, das kam mit einem gewissen Stolz. Den Beseggenpfad haben sie auch schon bestiegen, so wie ich vor vielen Jahren.


Achtung keine Absturzsicherung!!





Ich war oben und begeistert. 90 m freier Fall. Das sieht gut aus. Fotos na klar, und zurück. Im Fluss unten die Füsse gekühlt, die Edelstahlflaschen Werbewirksam abgelichtet und es ging zurück.



Tunnel? Nein die Nebenstrecke soll es ja sein. Nur Bergauf und langsam und stetig im ersten Gang. Gepflegt wurde sie wirklich nicht mehr. Runtergefallenes Gestein bleibt liegen. Große Löcher in der Fahrbahn, Seitenschutz durch heruntergefallenen Felsen weggebrochen. 




Ich suche einen Platz und kämpfe mich wahrlich hoch. Die Höhenmeter steigen schneller als das ich nach vorn komme.  Ich finde mehrere Stellen, meistens klein, bin aber nicht so richtig zufrieden.







Auf einer Serpentine fehlt die Strasse ganz, sie ist unter Geröll verschüttet. Notdürftig daneben geht es weiter. Ein junger Mann mit MTB kommt mir da entgegen. "Noch über fünf Kilometer aufwärts, und der Weg wird nicht besser, dann gehts runter." Nein, ich drehe um und fahre zum letzten Platz,  200 Meter zurück. Dort bleibe ich und habe für mich entschlossen morgen früh zurückzufahren und den Tunnel zu benutzen. Nur wegen dem Pass, nein das lasse ich. Der Weg würde dann eh nur noch durch Wald führen.




Bis 21 Uhr sitze ich auf dem Weg in der Sonne. Sie scheint auch immer noch weiter nur die Bäume werfen jetzt Schatten. Ich verziehe mich ins Zelt. Das Solarpanel hat auch noch bis eben gearbeitet.




Dienstag, 14. Juni


Heute morgen scheint die Sonne von der anderen Seite auf den Weg und so konnte das  Solarpanel arbeiten. Gleichzeitig die Wäsche lüften.



Also, wie mit mir besprochen,  abwärts zum Tunnel und diesen wieder durchfahren. Im Tunnel war es kontinuierlich 10 Grad. Da war die Jacke schon angesagt.

Am Ende des Tunnels am Fluß stop: Wasser auffüllen, Bodum reinigen und die analoge Karte ansehen. Warum soll ich wieder über Oltedal zurückfahren die Strecke kenne ich ja, ich disponiere um. Mein Zielort wird Vauhag an der Küste sein, Route eingegeben und Start.

sieht richtig gemütlich aus


Den ersten Tunnel umfahre ich noch,  schöne Strecke aber am Ende kein Zugang auf die Strasse kein Loch in der Leitplanke. Rad abpacken usw.
Nächster Tunnel wird durchfahren,  da konnte man aber schon sehen, das es nicht klappt, der Weg war zugefallen.





Auf einem Abzweig eine große Restauration, ein Riesensouveniershop. Da ist ein Rad gut, man kauft nichts, weil das müßte man ja auch noch schleppen.




Café und Fladenbrot, damit  setze ich mich an dem Tisch mit einem Radler der noch telefoniert - norwegisch.




Als er fertig ist spricht er mich sofort an. Es werden Tipps ausgetauscht und gut ne Stunde geschnackt. Mit Handschlag und "have a good trip" verabschieden wir uns. Er muss noch 60 km nach Stavanger, weil er morgen früh wieder arbeiten muss. Die Tour, die er gemacht hat, war nur ein Kutztrip.

Er ist begeistert von meiner Fahrt und freut sich auch später auf lange Radtouren, man sieht, hört und riecht viel mehr von der Natur auf dem Rad als im Auto. Recht hat er.

Wir starten beide.

Ich komme auf schmalen Wegen weiter, dazu die üblichen Steigungen. Die Bachstelze und andere Vögel kann ich beobachten. Ein Lamm ist sehr zutrauchlich und saugt an meinem Finger.








Nun sehe ich ein riesiges Feld von großen Steinen, welches am Ende eines Wassers in einem Tal, liegt. Es ist sehr geschichtsträchtig, hier fanden Kämpfe im 2. Weltkrieg statt. Informationstafeln geben Auskunft. Es ist das Gloppedalsura .











Blick zurück


In einem kleinen Ort nach Vorräte ergänzt,  dann steil weiter über eine kleine, schmale Straße die an der E 39 endete. Knapp 8 km nicht übermäßig viel Verkehr aber doch schon einiges.

Abbiegen auf die 503 Richtung Küste. Hier ist es wieder ruhig. Langsam Zeit nach einen Platz zu schauen aber irgendwie "nothing". Zu wenig Wald und laut Karte auch noch etliche Kilometer so.



mach mal Pause


ja gut


Da wird das Gras gemäht. Ich halte an und frage nach ob ich hier irgendwo eine Nacht stehen darf.

Auf der Wiese da oben kein Problem, die gehört mir, die hier am Wasser meinem Vater. Ich frage ihn gleich, bei Rückkehr erklärt er mir, ich sei herzlich willkommen und darf auf den gemähten Flächen zelten, wo ich möchte. Am See ist es bestimmt schön, aber die Knots.
Danke vielmals, ich sehe mir das da unten an oder gehe da oben auf den Hügel, der es dann wurde. Schnell das Zelt aufgebaut, gut ist.





Mein Ausblick





Mittwoch, 15. Juni


Diese  Weide verlasse ich, als es trocken ist. Hatte in der Nacht leicht geregnet, heute morgen etwas stärker. Ich packte alles zusammen und dann hörte es auf zu regnen. Richtg Varhaug. Noch paar Steigungen aber nicht so steil. Ganz leichter Regen, soll ich die Regenjacke anziehen oder nicht, ist die Frage. Zwei Cabriofahrer, die mir offen entgegenkamen winkten mir freundlich zu. Kaum hatte ich die Regenjacke an, hörte der Regen auf. Jetzt änderte sich langsam die Landschaft, es wurde deutlich flacher. Ein großer Windpark auf einer Riesenfläche, die landwirtschaftlich nicht genutzt werden kann, dient hier dazu. Die nächste Bebauung ist weit weg.








Varhaug kommt näher und ich habe Glück, denn die letzten vier Kilometer geht es nur bergab und dazu Rückenwind, der aber durch die Geschwindigkeit zwischen 35 und etwas über 50 zum Gegenwind wird. Gleich am Ortseingang der Sparmarkt, ein paar Sachen auffüllen, 2 Kaffee a 10 NOK aus dem Automaten und weiter bis fast an das  Meer. Auf einem Radweg neben der E 44 geht es grobe Richtung Egersund. Mehr Betrieb auf der Straße, aber durch die geringere Geschwindigkeit, die hier gefahren werden darf, ist es nicht ganz so ätzend. Das ist jetzt wieder der Nordseeküstenradweg, der mich jetzt ein bisschen begleiten wird. Der Radweg hört auf, aber abbiegen auf eine Seitenstrasse. Endlich wieder die Ruhe, die ich mir wünsche. Es geht durch ganz kleine Ansiedlungen, über Höfe und irgendwann wieder Richtung Meer. Der Weg ist gut ausgeschildert, auch auf meinem Navi.



Kopf einziehen




Einige hundert Meter verläuft er hinter der Leitplanke der E 44 als Singeletrail, um dann auf einem Campingplatz zu führen.
Habe ich ein Schild übersehen? Die Rezeption ist schmuddelig und geschlossen. Der Weg führt wieder vom Campingplatz weg und direkt zum Meer. Kurze Pause mit  Blick aufs offene Meer.










Gemütlich geht es weiter. Ich verlasse jetzt die Küste, da da nur noch die E 44 entlang läuft. Die Strecke, die ich jetzt fahre führt über eine große Gärtnerei, aber auch große Felder mit Möhren sind vorzufinden. Ein Tor  öffnen und ich bin auf dem Wanderweg. Haste nicht gesehen. Es war schon in frühen Zeiten ein Verbindungsweg. Nur an die Radler hat man nicht gedacht, denn ansonsten hätte man nicht solche steilen Anstiege angelegt. Mehrmals muss ich schieben, um den Gipfel zu erreichen.







Kaum ist man oben angelangt geht es genauso steil bergab, wieder hoch, wieder runter.



Kaum ebene Wegstrecken. Immer wieder mächtige Felsen, schöne Seen, alles schön anzusehen. Sitzplätze mitten in der  Natur. Das zieht sich einige Kilometer.











Im letzten Drittel, ich schiebe mein Rad die letzten Meter den Hang hinauf. da wie so häufig der Schotter nicht festgefahren ist und der Reifen durchdreht. Was kommt denn da hinter mir schiebend und ohne Gepäck den Berg hoch? Ein Sportradfahrer, der auch ganz schön pustet. Ein kurzer smalltalk und er erklärt mir die Anfahrt zur alten Eisenbahnstrecke, die jetzt Rad und Wanderweg ist. Die jetzige Strecke ist bald zu Ende. Diverse Tore müssen geöffnet werden und kleine Schikanen für breite, bepackte Räder "erfreuen" einen dann nochmal. Fast ist der Weg zuende kommt mir ein radelnder Holländer entgegen. Kogarad mit Rohloff und Gatesriemen. Er ist unterwegs Richtung Bergen. Hat übrigens die gleiche Solaranlage wie ich. Ich berichte ihm, was ihn erwartet. Ich werde das schon schaffen! Übernachten tut er auch fast immer in der Natur.
Und ich heute?
Ach, da war doch die Adresse von Warmshowers in Egersund, die nicht wusste, ob sie zuhause ist. Mal eben abklären auf der Seite von Warmshowers. Ach, siehe da, verzogen nach Oslo - nicht mehr in Egersund. Okay - gestrichen.
Die Strecke ist zuende und führt auf eine Hauptstrasse. Baustelle. Ampelreglung. Gefällte Bäume werden gleich komplett geschreddert. Gut das ich in ein paar hundert Meter nach links auf den Bahntrassenweg abbiegen muss.
Okay, schön wieder eine solche Gewaltssteigung. Noch ein paar kleine davon und ich stehe beim Bahnhof in Hellvik. Hinter dem Bahnhof beginnt der Bahntrassenweg. Der Holländer vorhin meinte Übernachtungsplätze gesehen zu haben. Die Strecke beginnt seicht und dann Steigungen, die nie eine Bahn fahren würde. Es sind gut 8 Km nach Egersund, also ich sollte zügig etwas finden. Am Wasser direkt mächte ich nicht stehen, aber es gibt auch Wald, mit nicht weniger Knots. Da! Ein Weg der nach unten führt und ausgeschildert ist. Nach gut 30 Meter ein ziemlich ebener Platz. Ich stelle mich soweit an den Rand, das man bequem vorbei kann. Kommt hier überhaupt jemand?

Auf dem Hauptweg da oben herrscht Betrieb, Jogger rennen hin und her, Rennradler und MTB ler fegen dadurch. Hier habe ich Ruhe.



und kann meine Bilder sichern und die Webseite weiter machen


Bis gegen 19 Uhr ich viele Stimmen höre. Wohl ein Wanderverein, der hier mit gut 30 Leutchen an meinem Zelt vorbei marschiert. Alle sind gut drauf und ständig hey hey !

Na gut, das das wilde zelten hier so toleriert wird.





Donnerstag, 16. Juni

Ruhige Nacht, morgens Regen.
Frühstück wie immer im Zelt, wegen der "Kleinen". Gut das ich mich für das Tunnelzelt entschieden habe und nicht für das Haglöfs. Nicht, das das schlecht ist, nein, es ist schlichtweg zu klein. Ich werde es bestimmt nochmal nutzen, oder bei einem Projekt was ich vorhabe, gebrauchen können.



Leichter Regen beim Zeltabbau, aber warm dabei - das freut die kleinen Quälgeister.

Start. Ich erinnerte mich, das der Bahntrassenweg ca. einen Kilometer hinter dem Bahnhof Hellvik beginnen soll. Den bin ich somit noch gar nicht gefahren. Gleich wieder Kalorienabbau an den Steigungen. Dann hörte der Weg irgendwie auf, oder doch nicht?



Ein Schild  -Alter Bahnweg-, aha nun fängt er erst an. Jetzt kann ich ja zum gemütlichen Teil für die nächsten etwa acht Kilometer kommen. Flach, feinster grauer Schotter. Ein alter Tunnel, den ich durchfahre. Ich stelle mir gerade vor ich wäre die Lok, die hier entlang schnaubt, wobei ich doch noch gar nicht schnaube.







Dunkler Schotter - bisher immer ein schlechtes Zeichen. Und wirklich, da mußte die alte Lokomotive ganz schön schnauben. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Schnell hatte ich diesen Grund der Steigungen raus. Die Strecke wurde vor langer Zeit stillgelegt und lag dann so in der Gegend rum.  Zwischenzeitlich war eine neue Bahntrasse erstellt worden, die die Alte mehrmals querte.



unterwegs an der alten Trasse




Dann wurde diese alte Strecke vom Staat gekauft mit der Massgabe, diese in den Nordseeküstenradweg einzuarbeiten. Bis zu diesem Kauf, war aber ja die neue Strecke gebaut worden, die mehrmals die alte Trasse kreutzte. Nun mußte die neue irgendwie durchgängig geschaffen werden. Dazu wurden die Querungen über die neue Trasse gelegt, aber mit knackigen Prozenten. (12 % sind für den Norweger erst eine Steigung und angegeben werden diese nicht) Schieben ist an der Tagesordnung. Ich versuchte die Steigungen zu schaffen, was aber einfach nicht immer möglich war, dann mußte ich die letzten Meter schieben. Gar nicht so leicht. Entweder der Schotter war zu weich, das Rad drehte duch, oder es war so steil, das das Rad vorn trotz schwerer Taschen abhob.





hier ging es schön runter

Na ja, irgendwann war auch diese Strecke zu Ende.

Noch eine Brücke






Egersund Centrum aber noch paar Kilometer entfernt. Eine Kleinstadt mit ca. 15000 Einwohnern  am Meer. Als ich so etwas unschlüssig vor der Bank stand und meine Motorradmütze mit Sehschlitzen nicht sofort fand, wurde ich von netten Norwegern in meinem Alter angesprochen. Die üblichen Fragen, woher - wohin?  Was wiegt denn das alles und ist das der Motor?

Ausführlich klärte ich sie auf, wobei meist auf englisch, aber doch immer mal wieder auch in Deutsch.  Einer fragte um ein Foto und ob er es wohl in Facebook posten kann. Kein Problem - hier steht meine Name auf dem Helm, so heiß ich auch dort.  Dann: " Hast Du Appetit auf einen Kaffee und Kuchen?" "Ja" "Okay ich lad Dich ein." So marschierten wir zu dritt zu einem Einkaufscentrum und ich würde beköstigt. Das Rad wurde kurzerhand mit in den Markt genommen, paar Schilder zur Seite geräumt und abgestellt. Nur die Lenkertasche und das iPad mini nahm ich mit. Ich hatte von den Herren eh die Auskunft bekommen , das ich die externe Festplatte wohl hier bei expert bekommen könnte. Erstmal Kaffee und Waffel mit Römmegröd und Marmelade.




Wir schauten noch auf die Karte in Sachen welchen Weg ich nehmen sollte und wo es auch noch schöne Wege gibt für den nächsten Urlaub.
Genug geschnackt und ich in den expert. Komisch, alles ist meist über 100% teurer als bei uns, aber die externe Festplatte und eine 64 GB SD-Card genauso teuer, oder billig. Bezahlt und dann sollte es weiter gehen. Ich wartete erst mal den Schauer ab und zog vorsichtshalber die Regenhose an. Nach wenigen Minuten war alles vorbei. Ich fuhr los.
Kaum aus der Stadt wurde es wieder pure Natur. Berg hoch, Berg runter, dazwischen kräftig Regen. War ich denn durch den Fahrtwind richtig trocken, mußte es wieder regnen.





Lange Baustellen mit Wartezeiten erhöhen die Durchschnittsgeschwindigkeit auch nicht.


Dann der N 1 scharf rechts ab - berghoch. Ist das richtig? Ja, wurde mir auch von einem Einheimischen bestätigt. Gut drei Kilometer auf feinem Schotterweg durch einsame Natur.



Dann eine Ansiedlung und der Weg, nicht breit, aber wohl neu und in bestem Zustand. Nur das Wetter spielte heute nicht mit.










Wieder zurück auf die Hauptstraße Richtung Hauge. Ich folge dem N1 und bin dann plötzlich am Meer in Sogndalsstrand. Camingplatz, wie angedroht Fehlanzeige. Ein Hotel gab es. Ich überlegte kurz, drehte bei wollte nach Hauge, denn dort soll es einen Platz geben. Es goss, als mir in diesem Augenblick zwei durchgeweichte und hungrige Radler entgegenkamen. Kein Campingplatz?? Ein Hotel! Da fahren wir jetzt hin. Okay ich komme mit. Radfahrer willkommen. Wir checken ein auch gleich für 19 Uhr das Dinner. Ich habe ein Einzelzimmer die Beiden nehmen sich ein Dopplzimmer. Was das kostet war uns im Augenblick einfach egal. Herr Visa wird es richten und schließlich habe ich ja diverse Tage Übernachtungsgeld durch freies Zelten gespart.

Auf dem Flur Netzwerktechnik mit Glasfaser und 19" Schränken. Elf Häuser werden versorgt, alles mögliche ist da angeschlossen. Jeden Tag kommt ein Techniker und  wird nicht fertig, weil immer etwas neues dazukommt.
Das Abendessen mit Vorspeise, Hauptspeise Fisch und Karamelnachspeise dazu eine Flasche Weisswein und als Abschluss den Kaffee. 21 Uhr . Deutschland gegen Polen sehen sich die beiden im Aufenthaltsraum an. Ich beschäftige mich mit meiner Technik in meinem Zimmer und gehe kurz vor Spielende zu Ihnen. Bis Mitternacht klönen wir noch. Dann aber ab ins Bett. Morgen früh 07:30 Uhr Frühstück








Freitag, 17.  Juni


07:30 Uhr pünktlich das Frühstücksbufett aufgesucht. Anstelle des üblichen Mett ein Berg klein geschnittener Lachs, dazu Aufschnitt Käse, Wurst, Eiersalat usw. Verschiedene Brotsorten, Yogurt, Marmeladen, Müsli und alles was das Herz begehrt und der Magen haben möchte, um damit die Energie zu erzeugen die Berge zu meistern.





Aufenthaltsraum








Wetter ist gut, die Sonne scheint. Nachdem bezahlen, diskret mit der Visacard (1740 nok etwa 190 €) das war mit dem vorzüglichen Abendessen und dem Frühstück schon ein guter Preis. Aber was soll es. Hatte ja etliche Tage umsonst in der Wildnis übernachtet.



die Räder werden bepackt


linksseitig nochmals das Hotel mit Aussenterasse

Die beiden starten, ich mache noch paar Fotos und fahre los. Gut 10 Minuten später habe ich sie wieder ein. Wir schnacken noch auf der fast ebenen Piste, bevor uns der nächste Aufstieg bevorsteht. Wir wünschen uns eine gute Fahrt und die beiden entfernen sich langsam. 20 Jahre jünger und div. Kilo weniger Gepäck. Plötzlich neben mir ein MTB mit Minimalgepäck "Nur 7 kg habe ich mit", kam english vom Engländer rüber. Die Hand konnte ich ihm nicht geben, ich musste schon meinen Lenker gut im Griff haben bei dieser Steigung. Kurzer Smalltalk und er gab Gas und war Ruckzuck bei den beiden anderen. Ich schätzte ihn auf höchstens 25, also da wäre ich mir auch so davon gefahren.
Immer wieder schöne Fotomotive zwingen mich zum Halten.





Von Stand 0 Meter beim Hotel erreiche ich so bei über 200m einen Aussichtspunkt, der natürlich im Krieg auch eine Rolle spielte.



da links unten, diese Straße muss ich fahren


Durch zwei alte, kurze Tunnel wurden nun die Radfahrer geführt bevor sie wieder auf der Straße landen. Grandiose Ausblicke von hier oben. Und gleich diese hervorragende Abfahrt. Was sagte der Herr heute morgen im Hotel  Berg hoch, Berg runter, Berg hoch, Berg runter, B...,





Die Abfahrt rasant. Dann ging es ein Stück flach weiter, aber dann kam Berghoch von -40 bis + 240m der höchste Punkt auf dem Nr 1. Fast genau zeigt der Höhenmeter des Tachos an.



Wieder hoch, wieder .. ein paar mal wiederholte sich dieses Spielchen. Ich traf ein Ehepaar, die sich 5 Monate Auszeit nahmen. Er berichtet in einem Block von deren Tour. Ich wurde am nächsten Tag auch erwähnt.




Schade, diese Blogs, hier Wordpress sind ja einfach eingerichtet, haben genügend Werbung auf ihrer Seite und möchte man aber demjenigen etwas schreiben, so muss man sich registrieren. Alles kostenlos. Nö, das mache ich nicht. Deshalb meine Seite, die ist absolut ohne irgendwelche Werbung, dafür bezahle diesen Dienst auch. Wer mir etwas zu sagen (schreiben) hat kann das tun. Einfach eine Mail an norway@ewe.net
Würde mich freuen.

Die Felslandschaft zur Zeit sehr karg bis gar nicht bewachsen. Die schmale Straße windet sich wieder hoch. Aber auch große Lkw fahren hier. In den Kurven, die meist unübersichtlich sind müssen alle langsam fahren und bremsbereit sein. Das ist hier aber kein Problem.















In einem Tal eine kleine unwirkliche Tankstelle mit Supermarkt und Kaffee. Gleich Vorräte und den Kaffee.
Dort treffe ich auf das holländische Ehepaar aus Groningen, die gen Norden unterwegs sind. Auch hier smalltalk und Austausch von Infos. Er ist von den Knots ziemlich zerstochen und hat auch schon ein paar eitrige Stellen, was ihm aber nichts ausmacht.

Mein Rad stand derweil schön in der Sonne, damit die Solarplatte arbeiten kann, aber dem iPad mini in seiner schwarzen Box gefiel das gar nicht. Er hatte die Programme gestoppt und bestand auf Abkühlung. Also ein Eis gibt es nicht, viel zu teuer. Da sehe ich den kleinen See und schwupp badet das Ipad. Nach dieser Abkühlung starte ich die Anwendung Komoot und die Navigation wird weiter geführt.





Langsam nähere ich mich Flekkefjord. Nur so durchheizen möchte ich ja nicht. Am Ortseingang eine Truppe Harleyfahrer. Der Daumen geht hoch als ich sie passiere.

Ein paar Eindrücke:











Holzhäuser, wohin man sieht



Ich drehe hier eine Runde, hole mir einen Kaffee aus der Tanke und versuche einen Couchsurfer anzurufen, der hier eine "Couch" anbietet. Leider niemanden erreicht. Ja, da muss ich wohl weiter. Erst ein paar Kilometer weiter sehe ich einen toten Weg zum See.

Sieht gut und eben aus und nicht einsehbar. Jetzt fängt es auch noch an zu regnen. Zuckzuck das Zelt aufgebaut, alles bis auf das Rad in die Absis und Klappe zu.
Der weitere Ablauf wie jeden Abend.


















Weiter zur Seite  5


Hier geht es zur Seite  1  2     4   5   6   7   8  9   10