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Sonntag, 26. Juni
Die Nacht hat Wasser gebracht. Ein Gewitter zog vorbei. Heute morgen um sieben wurde schon Holz gehackt und die große Schwenkpfanne bei der Großfamilie aktiviert. Sie haben das auch für die Kinder gemacht. Denen hat das sichtlich Spaß gemacht. Die einzelne junge Frau machte sich schon früh mit dem Rucksack auf den Weg. Ich startete gegen 10 Uhr, denn heute ist Sonntag, da lassen wir es mal ruhig angehen. Zunächst geht es weiter über schicke, breite gut gepflegte Waldwege durch die Staatsforsten. Der Radweg Nr 1 ist gut ausgeschildert, aber auch die Wege für die Mountainbiker, Wanderwege und auch Reitwege. Alle dürfen hier irgendwie unterwegs sein. Auf den Rastplätzen stehen auch immer Abfallbehälter. In Deutschland nicht zu schaffen, weil Personalmangel so hier die Aussage. ![]() Die Landschaft wird zusehends flacher. Zunächst geht es auch noch manchmal durch oder an Ferienhaussiedlungen vorbei. Dort ist es aber ruhig, wie eigentlich heute den ganzen Tag. Wenig Autoverkehr, auch an den Aussichtspunkten. Immer wieder lange Schotterstrecken durch die Forst. Ein gemütliches vorankommen ist angesagt. Wer die Natur liebt ist hier gut aufgehoben. Manchmal geht es dicht ans Meer. Ich mache dann des öfteren einen Abstecher zum Wasser und finde dort dann auch mal eine Kaffeequelle. ![]() ![]() Heute ist es sehr windig und ich habe leider Gegenwind. Die Radler, heute von solo über Paar bis hin mit Kind, kommen mir entgegen. Jeweils ein kurzer Plausch und weiter geht es. ![]() ![]() ![]() Wo es freies Feld gibt kann man meilenweit sehen. Es erinnert mich ein bisschen an die Pusta. ![]() ![]() ![]() ![]() Die großen Haufenwolken am Himmel ergeben schöne Fotomotive. Flache Landschaften sind nicht so einfach spektakulär abzulichten. Schön wenn es erhöhte Aussichtspunkte gibt. Hier war es zugleich eine große Bunkeranlage. Diese unrühmliche Zeit wird uns wohl noch lange hinter her hängen. ![]() ![]() ![]() wird das mein Platz? Kurz vor Hanstholm gibt es eine Übernachtungsmöglichkeit dicht am Meer in einem kleinen Waldstück. Shelter und Plumpsklo vorhanden. Wasser ein paar hundert Meter weiter auf einem Parkplatz. Zwei Übernachter haben ihre Sachen schon ausgebreitet. Ich muss das Zelt sowieso aufbauen damit es ein bisschen trocken wird. Zwei junge Männer, aus Hannover und Erfurt kommen und erzählen, das sie eine 10 Tage dauernde Wandertour machen. Sie sind gen Norden unterwegs. ![]() Nachdem Zeltaufbau: Eine warme Mahlzeit braucht der Mensch. Als ich danach das Zelt verlasse und zurückkomme und einräumen will springt doch tatsächlich eine Maus aus der Essenstasche heraus. Ich weiß schon warum ich alles in den Tasche auch nochmals verpackt habe. Über Nacht ist die Tasche natürlich dicht. Durch die doppelte Sicherheit war es ihr noch nicht gelungen sich an meinem Käsevorrat gütlich zu tun. Die erste Kunststoffumhüllung hatte sie bereits aufgeknabbert. Zur Nacht schließe ich alles ein und die Ortlieb Radtaschen werden verschlossen, so daß sich keinerlei Ungeziefer des Nachts einnisten kann und meine kostbaren Vorräte vertilgt und ich den Hungertod erleide. Der Himmel ist mittlerweile fast wolkenlos. Im Hintergrund hört man das Meer. Ansonsten weit weg, mal ein Auto. ![]()
Für die Nacht habe ich dann ein Stück Papier, welches leicht raschelt
im Vorzelt befestigt. Und - Täter/in entlarft. Es dauerte gar nicht lange
nachdem es im Zelt ruhig wurde - knister, knaster - Taschenlampe an und
siehe da Frau oder Herr Maus waren vor Ort. Das Licht machte nichts. Hellbraunes Rückenfell und weißen Bauch. Die Hinterbeine
stärker gebaut - Springmaus? Langer Hals und schnüffeln,
aber vor der geschlossenen Wand der Ortliebtaschen, die wie eine Festung vor ihr standen kapitulierte sie und
verließ das Vorzelt. Pech gehabt.
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