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Samstag, 25. Juni

Wieder hervorragend geschlafen in diesem Shelter. Der Morgen sah nicht schlecht aus. Bewölkt, warm und trocken. Ich frühstücke draußen, wecke Samuel aber nicht.
Nachdem Frühstück kommt Samuel auch langsam aus den Ferdern. Durch die Antibiotika darf er zur Zeit keine Milchprodukte zu sich nehmen. Sein Müsli fällt somit aus.

Wir reden noch ausgiebig und tauschen Infos aus. Er bekommt meine Karte und ich bitte ihn, mir nach seiner Tour Infos zu schicken. Das will er machen.

So komme ich heute morgen erst um 10 Uhr los. Aber bei diesem Gelände kann ich bestimmt Kilometer gut machen. Auf geht's. Einige Hügel sind zu meistern. Ich höre aber, wie meine Waden darüber lachen.

Gestern abend waren noch etliche MTB ler vor dem Platz entlang gefahren. Vermutlich Teilnehmer einer 50 km Coast to Coast Tour/Rennen.

Ich komme näher an die Küste und fahre zum Teil durch die Ferienhaussiedlungen. Als ich die See vor Augen habe ist da rein zufällig ein kleiner Tante Emma Laden mit Cafe. Einige ältere Herren, ich glaube örtliche, trinken ihr Bierchen draußen in der Sonne. Das ganze sieht recht gemütlich aus.






Kühe mit Banderole









Immer durch, oder auch am Rande dieser Ferienhaussiedlungen führt der Weg gen Süden. Eine Strecke ein Singletrail direkt am Fuße der Dünen, aber gut zu befahren. In Løkken, einem kleinen Ort mit den typischen Touristenläden, viele Deutsche hört man, muss ich mir erstmal Geld aus dem Automaten ziehen. Musste vorhin feststellen, das das Kleingeld nicht reichte, weil auch noch nok dazwischen. Da musste ich doch tatsächlich 33 dk mit Karte zahlen. Das Zahlungsmittel ist hier wie auch in Norwegen an der Tagesordnung auch mit kleinen Beträgen, wahrscheinlich macht man sich eher mit Bargeld verdächtig.



Ich fahre weiter. Kurz hinter Løkken führt der NR 1 direkt auf den Strand auf die dortigen Piste. Die ist meist sehr glatt und gut zu befahren. Bei den breiten Reifen meines Rades habe ich keinerlei Schwierigkeiten.











Nach gut 10-12 Kilometern ist dieser Spass zu Ende. Der NR 1 verläßt den Strand. Unterwegs habe ich zwei Fernradler getroffen. Ein kurzer Smalltalk war drin.





immer wieder zu sehen

Jetzt führt der Weg etwas vom Wasser entfernt weiter. Auf der Karte sehend, entscheide ich mich den NR 1 für eine kurze Zeit zu verlassen. Es geht über einen Panoramaweg zum Wasser und auch wieder auf dem Strand entlang.



Dann ohne Ausschilderung fahre ich weiter bis zur letzten möglichen Ausfahrt vom Strand. Klar es gibt immer Möglichkeiten den Strand durch die kleinen Dünenwege zu verlassen, die zu den Ferienhaussiedlungen führen,  aber nicht mit einem beladenen Rad. Es ist der "Ort" Rødhus bei dem ich die Piste verlasse. Es dauert nicht lange und ich befinde mich wieder auf dem NR 1. Auf der Karte im Internet mit den freien Campingplätzen, sehe ich, das der NR 1 direkt an diesem Platz vorbeiführt. Auf einem schönen breiten glatten Schotterweg geht es durch das Waldgebiet, indem dieser Platz liegen soll. Auf der Karte ist eine Schutzhütte eingezeichnet. Zwei Shelter und ein Bauwagen, incl. Wasser und Plumpsklo sind vor Ort. Gut 10-15 Personen, eine "Großfamilie" mit einigen auch kleinen Kindern sind vor Ort. Es wird gegrillt und das Lagerfeuer brennt.  Auch zusätzliche Zelte werden noch aufgebaut.



Ich suche mir einen Platz und baue mein Zelt auf, da die Shelter alle besetzt sind.  Leider muss ich dann doch in der Apsis essen, da es zu regnen anfängt. Der Regen hört auf, aber es dauert nicht lange bis zum nächsten Schauer. Am späten Abend dann noch ein vorbeiziehendes Gewitter mit Starkregen. Jetzt nach halb zwölf ist es dunkel und trocken. Meine kleinen Arbeiten habe ich erledigt und werde gleich in den Sack kriechen.











Sonntag, 26. Juni

Die Nacht hat Wasser gebracht. Ein Gewitter zog vorbei. Heute morgen um sieben wurde schon Holz gehackt und die große Schwenkpfanne bei der Großfamilie aktiviert. Sie haben das auch für die Kinder gemacht. Denen hat das sichtlich Spaß gemacht. Die einzelne junge Frau machte sich schon früh mit dem Rucksack auf den Weg.


Ich startete gegen 10 Uhr, denn heute ist Sonntag, da lassen wir es mal ruhig angehen.

Zunächst geht es weiter über schicke, breite gut gepflegte Waldwege durch die Staatsforsten. Der Radweg Nr 1 ist gut ausgeschildert, aber auch die Wege für die Mountainbiker, Wanderwege und auch Reitwege. Alle dürfen hier irgendwie unterwegs sein. Auf den Rastplätzen stehen auch immer Abfallbehälter.  In Deutschland nicht zu schaffen, weil Personalmangel so hier die Aussage.





Die Landschaft wird zusehends flacher. Zunächst geht es auch noch manchmal durch oder an Ferienhaussiedlungen vorbei. Dort ist es aber ruhig, wie eigentlich heute den ganzen Tag. Wenig Autoverkehr, auch an den Aussichtspunkten. Immer wieder lange Schotterstrecken durch die Forst.  Ein gemütliches vorankommen ist angesagt. Wer die Natur liebt ist hier gut aufgehoben.

Manchmal geht es dicht ans Meer. Ich mache dann des öfteren einen Abstecher zum Wasser und finde dort dann auch mal eine Kaffeequelle.





Heute ist es sehr windig und ich habe leider Gegenwind. Die Radler, heute von solo über Paar bis hin mit Kind, kommen mir entgegen. Jeweils ein kurzer Plausch und weiter geht es.











Wo es freies Feld gibt kann man meilenweit sehen. Es erinnert mich ein bisschen an die Pusta.











Die großen Haufenwolken am Himmel ergeben schöne Fotomotive. Flache Landschaften sind nicht so einfach spektakulär abzulichten. Schön wenn es erhöhte Aussichtspunkte gibt. Hier war es zugleich eine große Bunkeranlage. Diese unrühmliche Zeit wird uns wohl noch lange hinter her hängen.







wird das mein Platz?

Kurz vor Hanstholm gibt es eine Übernachtungsmöglichkeit dicht am Meer in einem kleinen Waldstück. Shelter und Plumpsklo vorhanden. Wasser ein paar hundert Meter weiter auf einem Parkplatz. Zwei Übernachter haben ihre Sachen schon ausgebreitet. Ich muss das Zelt sowieso aufbauen damit es ein bisschen trocken wird. Zwei junge Männer, aus Hannover und Erfurt kommen und erzählen, das sie eine 10 Tage dauernde Wandertour machen. Sie sind gen Norden unterwegs.



Nachdem Zeltaufbau: Eine warme Mahlzeit braucht der Mensch.

Als ich danach das Zelt verlasse und zurückkomme und einräumen will springt doch tatsächlich eine Maus aus der Essenstasche heraus. Ich weiß schon warum ich alles in den Tasche auch nochmals verpackt habe.  Über Nacht ist die Tasche natürlich dicht. Durch die doppelte Sicherheit war es ihr noch nicht gelungen sich an meinem Käsevorrat gütlich zu tun. Die erste Kunststoffumhüllung hatte sie bereits aufgeknabbert. Zur Nacht schließe ich alles ein und die Ortlieb Radtaschen werden verschlossen, so daß sich keinerlei Ungeziefer des Nachts einnisten kann und meine kostbaren Vorräte vertilgt und ich den Hungertod erleide.

Der Himmel ist mittlerweile fast wolkenlos. Im Hintergrund hört man das Meer. Ansonsten weit weg, mal ein Auto.




Für die Nacht habe ich dann ein Stück Papier, welches leicht raschelt im Vorzelt befestigt. Und - Täter/in entlarft. Es dauerte gar nicht lange nachdem es im Zelt ruhig wurde - knister, knaster - Taschenlampe an und siehe da Frau oder Herr Maus waren vor Ort. Das Licht machte nichts. Hellbraunes Rückenfell und weißen Bauch. Die Hinterbeine stärker gebaut - Springmaus?     Langer Hals und schnüffeln, aber vor der geschlossenen Wand der Ortliebtaschen, die wie eine Festung vor ihr standen kapitulierte sie und verließ das Vorzelt. Pech gehabt.








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