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Samstag,  4.6.

Früh raus. Der Schwede kam auch und erzählte mir das Marie schon wieder zur Arbeit ist. Ich packe die Sachen, verabschiede mich und los gehts. Es ist noch ruhig auf dem gut ausgeschilderten und fast immer breiten Nordseeküstenradweg NR 1. Nur Läufer/innen jung und knackig sind allenthalben schon unterwegs.

Ein erstes kleines Highlight





Es geht immer gut hoch, aber danach auch gut und schnell runter. Schöne Aussichten geniesse ich. In der ferne Berge mit Schnee.  Die Temperatuen um kurz nach 9 in der Sonne schon bei  22 Grad.






Nach einer Pause an einem kleinen See geht es dann ab. Über eine Stunde klettere ich förmlich am Berg hoch, meistens im 1. den 2. Gang bei knapp 5-7 km/h.

Die Autofahrer, stelle ich auf diesen Strecken fest, sind sehr höflich,  Abstand und nicht vorbeirasen, vor Kuppen da bleiben sie einfach mal dahinter. Ab und zu geht  der Daumen hoch.

Dann "top of the hill" hier war früher mal mehr los.  Nur ein ein Hotel steht noch da, der Kiosk und andere Hütten zerfallen. Der Tunnel hat es gemacht.


Diese Strecke fuhr ich, bzw kroch ich hoch


Für diese Aussichten muss man sich schon mal ein bißchen quälen.

Jetzt kann ich das Rad einfach lauf
en lassen.  Leider wurde der Weg enger. Zwei Pkw fahren langsam aneinander vorbei. Hinter einer Kurve Stau, der Bus hat Gegenverkehr,  auf der Kante fährt er schon, also alles langsam, kein Stress. Er beschleunigt wieder, ich bin hinter ihm her  "55" schneller fährt er nicht, dann Gegenverkehr fast wieder null. Ich gebe ihm Vorsprung aber ruckzuck habe ich ihn wieder ein. Autos überholen mich nicht. Die steile Abfahrt  ist nach  kurzer Zeit vorbei und die Strasse schlängelt sich Richtung Osoyro.

Meine Höchstgeschwindigkeit - berg runter -




Dort Pause, der übliche Kaffee und ein Stück Kuchen am Wasser. Ein bisschen am Wasser hin und her und weiter zur Fähre.












15:45 Uhr bin ich da, 16:45 Uhr soll sie abfahren.





Da kommt sie, ein großes Teil und dann rauschen Pkw und Lkw runter. Man, was passt da drauf. Pünktlich legt sie ab und mit Tempo über 30 in Richtung Sandvikvann. Dort geht es mal wieder steil aufwärts auf der jetzt leeren E39.

Abbiegen nach rechts und weiter auf wenig befahrenen Straßen in Richtung Fitjar.


Wollgras in Mengen, deutet aber auch auf sehr feuchte Flächen hin


So langsam halte ich Ausschau nach einem Schlafplatz. Gar nicht so leicht, denn so einsam ist es hier an der Küste gar nicht. Aber Adlerauge sei wachsam. Ein wirklich nicht mehr Weg entgeht mir nicht. Nur Spuren von Wild sehe ich und er führt Richtg einer Stromleitung, normaler Kraftstrom. Nach gut 150 m, einmal um die Ecke und mein Rad freut sich,  das das hier jetzt ein Ende hat, dieser Geländeweg.

Schnell ist das Zelt unter der Begleitung von einigen tausenden nervigen Fliegen aufgebaut. Irgendwann hauen sie plötzlich alle ab, dafür kommen dann die Knots angesaust. Man sieht sie kaum, aber nicht nur nervig, sondern die beißen auch noch.

Past ai fungi ist heut mein Abendbrot und anschließend so zum Abschluss ein Gläschen, ok das Edelstahlglas, Rotwein.
Ein Eichhörnchen turnt dicht am Zelt vorbei, die Vögel zwitschern noch lange, aber auch jetzt so kurz vor 01:00 Uhr ist es nicht richtig dunkel. Ohne weitere Beleuchtung hätte man ein Zelt aufbauen können.




Sonntag, 5.6.2016


Also, es war nachts um 1 Uhr noch so hell, da hätte ich das Zelt so aufstellen können.

Ich habe sehr gut geschlafen aber dann am Sonntag ein bisschen getrödelt, so das ich erst um kurz nach 10 Uhr startete. Egal.

Nach 8 km Strecke sehe ich einen Sumpf neben der Straße mit Parkplatz. Mal schaun, einige Pkw stehen dort. Der Sumpf ist wahrscheinlich ein eingetrockneter See. Viele Libellen sehe ich.




Da hinten geht der weg doch noch weiter? Tatsächlich 50 m weiter noch ein großer idyllisch gelegene See, davor eine Schutzhütte vom DNT mit Sitzen und Grill. Hier halte ich mich erstmal ein bisschen auf und genieße einfach.








Wanderer starten hier.

Ich fahre weiter und immer wieder Wasser als Fjord, See oder Fluß.

Ich brauche Wasser und sehe das ich in kürze einen kleinen Fluss überqueren werde. Das wird mein erster kleiner Wasserfall -  daneben eine alte, zerfallene Sägerei die durch diese Wasserkraft angetrieben wurde.  Ich hole mir frisches Wasser.








Im Augenblick fahre ich auf kleinen Nebenstraßen und kleinsten Orte, aber nur Häuser sonst nichts.  Café  ? Fehlanzeige.

Oder natürlich, immer wieder reizende Landshaften




Dann erreiche einen Knotenpunkt mit vielen Straßen incl. einer Schnellstraße daneben Industriegebiet und was gibt da gegen den Kaffeedurst?  Richtig: Mac Donalds




Ach Mac Donald, man findet es hier leider auch des öfteren am Fahrbahnrand liegen, wie bei uns. Einmal passierte folgendes: Ein Pkw kam mir auf einer Kuppe entgegen und was wird aus dem Fenster geworfen?  Eine leere  Cola plasticflasche. Also auch hier die kleinen Schweine am Steuer. Eine gute Strafe würde meines Erachtens sein, das solche s...  für eine gewisse Zeit, Autobahnab- und auffahrten usw.  sauber halten müssen. Im FB  wird es dann natürlich  kundgetan. Die hätten Zuschauer.  Traum zuende.

Okay  Mac Donalds verlassen, auch die drei Harleyfahrer aus Hannover.
Ich erreiche dann eine große Brücke.  Auf der Mitte eine herrliche Rundumsicht. Ich sehe auch die zweite gleiche Brücke in gewissen Abstand seitlich vor mir liegen.  Ich rolle von der Brücke und stehe plötzlich vor einem Tunnel. Also nichts bei gedacht und rein  ...  nee, doch lieber nicht: Verbot für Radler. Mist! Ich überlege. Die Möglichkeit eines Busses??
Ich überlege nochmal und war der Meinung das ich alle Tunnel umfahre. Navi - Komoot nochmals gecheckt. Warum meckert die Dame nicht. Sie hat die Route verloren. Klar ist Sonntag, da ist Café und Kuchen wichtiger. Ich speichere die am heutigen Tag gefahrenen km ab und starte die Anwendung neu. Aha, siehste jetzt meckert sie mit mir rum von wegen: "Sie haben die Tour verlassen, werfen sie einen Blick auf die Karte." Klar ich muss hier auf die Nebenstrasse und da taucht die zweite Brücke vor mir auf. Auch hier dann wieder herrliche Ausblicke.


















Die Steigungen sind heute nicht so lang und nur ab und zu steil, schöne abfahrten, 40km/h  + ist kein Problem.
Vor Mac Donalds fuhr ich der Hitze wegen "oben ohne", die gedrehten Selfiefilme werden nur nach Alterskontrolle gezeigt.

Langsam könnte ich mir gedanken machen, noch irgendwo einen Kaffee zu trinken oder einen Übernachtungsplatz zu finden. Die Landschaft ist wunderbar aber nicht dafür.

Einen Campingplatz an einem Kanal suche erst gar nicht auf. Ich werde schon etwas finden, das wäre doch gelacht.

Da, da geht es schräg hoch in den Wald. 20 m weiter erkenne ich das dieser Weg es sein könnte, er führt einfach nur nach oben. Ich drehe um und sehe nach und bin begeistert. Als kein Auto in Hör- und Sichtweite war, 2. Gang Vollgas bis zur nassen Stelle schaffe ich es, der Reifen dreht durch. Kein Problem da wird ein bisschen geschoben. Wieder wie gestern, ein Weg aus vergangenen Zeiten. Schnell ist er aufbereitert und schon steht das Zelt.
Abendessen  heute:  "chili con carne" . Eis gab es mal nicht.  Hatte nachmittags schon meine Schokolade, mittlerweile flüssig geworden,  weggelöffelt.  Dafür gibt es zum Abschluss noch einen Wein bei immer noch blauem Himmel ohne eine Wolke.








Hinweis:
Früher habe ich bei diesen Reiseberichten immer am Tagesschluss die gefahrenen km Zeit usw angegeben. Jetzt: Ich weis sie und das reicht.





Montag 6. Juni

Auch heute einfach mal ausgiebig gebummelt.

Nach dem späten Frühstück kommt der Klappspaten zum Einsatz.

Die Sachen gepackt und erst kurz nach 11 Uhr geht es los.

Wie üblich den Berg langsam hoch und schnell runter.

Eine Kirche am Wegesrand bedeutet immer:  "Wasser auffüllen?"













Nach wenigen Kilometern eine Baustelle, wobei die neue breite Strasse fertig ist, aber Autoverkehr gen null.
Sie hat einen tiefschwarzen Belag, den auch Schlangen wegen der Wärme gerne mögen. Leider hat es eine Kreuzotter erwischt.





Dann ein Abzweig nach rechts,  Sackgasse aber  Fahrräder können weiter.  Mmmm?
Ich ignoriere es und schon fängt Frau Komoot an zu meckern. Von wegen sie haben die Tour verlassen.
Laut karte gibt es die neue Straße noch gar nicht.  Da sehe ich mir doch die neue an, weil schön zu fahren und absolut kein Verkehr. Wenige Kilometer weiter kommt der Ursprungsweg wieder zurück an diese neue Piste.

Beim nächsten mal nehme ich mal die alte Strecke. Klappt, sie führt wieder auf die neue Stare. Aber irgendwann ist diese neue zuende und die Ursprungsstraße wieder mit dem alten Belag wieder unter meine Räder.

Immer wieder kurze Fotostops, weil schöne Gegend und ich will sie einfach ablichten auch wenn dadurch die Kilometer, die ich zurücklege, schrumpfen.


und das Wasser kristallklar

Dann fahre ich noch mal einen kleinen Abzweig zu einem Fischerdörfchen und erreiche später dann ein Hafenort mit Café juhu  und Supermarkt.








Ich ordere überschwänglich eine Karamelnachspeise, ein stück Marzipantorte und den größten Becher Kaffee, denn  so schickimicki Cappucino oder ähnliches gibt es nicht. 187 NOK kostet dieser Spaß ohne Geschirrzugabe. Da leckt man schon fast die Teller aus, sind immerhin etwas über 20€
Ich schaue nochmal auf die Karte und sehe das die Fähre nur noch 3-4 km entfernt ist. Oh! 16:00 Uhr geht die nächste. Dann man noch schnell in den Supermarkt und aufs Rad. Kurzer Anstieg und bis zur Fähre ausrollen lassen.

Hier fahren die Fähren sehr pünktlich. Von der fähre kommen nach und nach vier Radfahrer(innen) herunter, ein älteres Paar und ein junger Mann und junge Frau. Sohn, Tochter?
Wir haben leider nur sehr wenig Zeit, aber sie kommen aus Zürich und fahren Richtung Bergen und weiter zum Nordkap. Die Schweizer.

Die Fähre legt nach ca 30 minuten an. Hier jetzt verbleibt sie ca 15 min vor Ort.
Ich checke noch etwas am Rad und stelle mich dann wegen kartenlesen in den Schatten einer kleinen Hütte. Gegenüber WC und großer Aufenthaltsraum. solche Aufenthaltsräume habe ich unterwegs schon öfter an größeren Bushaltstellen gesehen.

Ich gehe einfach mal schaun ob ich Wasser auffüllen kann und was sehe ich?  Großer Edelstahlwaschtrog und eine Dusche. Ich wasche erstmal ein Shirt und meinen Kopfschmuck.

Kurzentschlossen dusche ich auch einfach. Frisch gewaschen geht es weiter. Man riecht das hier wieder gut.

Es ist nicht mehr sehr weit nach Haugesund und um solche größeren Städte ist es schwierig einen Platz in freier Natur zu finden, so das ich schon mal Ausschau halte.  Es ist nicht möglich, es sieht etliche Kilometer schlecht aus,
da eine Strasse rechts rein, nee zur Wollgrasplantage. Zurück!

Was ist denn das da drüben für ein Trampelpfad? Da schaue ich mal. Zack zack geht es ein bisschen höher und da finde ich einen schönen Platz. Ich radle eher schiebe aufwärts. Auf dem Trampelpfad lieber nicht aber ich finde eine annehmbare Lösung daneben. Sollte doch jemand diesen Weg benutzen steht das Zelt nicht im Weg.





Es ist eigentlich noch zu früh, aber habe ich Urlaub oder was? Bin ja hier nicht auf der Flucht.
Zelt aufbauen und gemütlich bei einer Tasse Tee Löcher in die Luft gucken und dabei das gezwitschere der Vögelchen anzuhören.

So kann man es aushalten und zur Tagesschau gibt es dann Tomate und Paprika als Salat und Rindfleisch Stroganoff mit Reis.  616 kcal oder besser hört sich an 2578 kj.

Ich sitze leicht erhöht hier oben und trotzdem ist es fast winstill und ich genieße die Ruhe, so quasi hat die Entschleunigung voll zugeschlagen.
Vom Meer her kommen Wolken in Richtung Land, noch ist aber fast blauer Himmel.

Morgen wird es zeitiger losgehen. In Haugesund werde ich wohl den Campingplatz nehmen und mir ein bisschen den Ort ansehen, bevor es am darauffolgenden Tag ins landesinnere geht, so mein Plan, mal sehen wie ich was einhalte.




Dienstag, 7. Juni

Heute soll es nur bis Haugesund gehen, das ist so von mir geplant. Es ist eine größere Stadt und dort sind in der Nähe keine Stellplätze in der Natur zu finden.

Deshalb ist frühes ausstehen angesagt, damit ich die letzten 18 Kilometer schnell hinter mir habe und mir Haugesund ansehen kann.

Das ist ja was. Gestern noch „Affenhitze“ und heute morgen recht frisch mit 13 Grad und 100% Luftfeuchtigkeit. Aber kein richtiger Regen, dicker Nebel. Alles ist feucht. Altweibersommer hier mit den ganzen Spinnennetzen.

Frühstück, Kaffee was sonst.  Sachen packen, wie jeden Tag, keiner da, der es machen könnte. Kurz nach 9 Uhr bin ich startklar.

Noch schnell einen Abwärtsfilm gedreht und auf die Piste.  Alles grau in grau, aber das hat auch seinen Reiz, vor allen bekommt man es als Radler oder gar Wanderer viel besser mit, als wenn man in der temperierten Blechkiste sitzt. Ich spreche da aus Erfahrung. So intensiv habe ich Norwegen, oder auch die anderen Länder mit dem Gespann damals nicht gespürt.





Frisch geschorene Schafe mit Lämmer hört man, nicht nur das lange Mäh, sondern auch deren Glocken. Zwillingslämmer sieht man schon sehr oft, heute sah ich auch Drillinge.



Das graue Wetter hat nicht so viel Kontrast und die Fotos sind in sich zum Teil besser, obwohl die Stimmung können sie nicht rüberbringen.



Quadratisch, praktisch - sehr häufig gesehen

Langsam komme ich in die Nähe von Haugesund. Der Verkehr nimmt kaum zu.  Dann eine große Baustelle. Da muß Felsen bewegt werden.

Dann rechts ab und da steht das große Reichsmonument. Eine oder sogar zwei Schulklassen (Grundschule) halten sich dort gerade auf. Den Kindern macht das Wetter wohl nicht so viel aus. Die meisten haben dafür vernünftige Kleidung wetterangepasst an. Sie sitzen auf der Erde und haben ihre Frühstücksdosen geöffnet.





Neugierig was das für ein Rad ist

Keine 100m daneben der Campingplatz. Ich fahre ihn an. Ein netter junger Mann nimmt mich in Empfang und mit
englisch klappt die Verständigung hervorragend. Es gibt eine Karte, wie eine Kredtkarte auf der man Duschen, Waschmaschine, Trockner einzahlen kann. Was nicht verbraucht wird, gibt es bei Abfahrt zurück. Strom kann ich auch bekommen, sogar kostenlos. Schnell baue ich das Zelt auf . Er hat mir einen erhöhten trockenen Platz gegeben mit Blick aufs Meer.




Ich ziehe mich „stadtfein“ an und latsche los. Etwas über zwei Kilometer und ich bin im Centrum. Okay, nette alte Häuser säumen die Straßen.












Geschäftsmäßig ist es aber eher mau. Wie bei uns: Frisör, Nagelstudio, Frisör,Fressbude. Fachgeschäfte wenige. Ich will schon in einer Straße umdrehen, als ich ein  „Naturbakst“ erkenne. Sieht ja gut aus. Jeder Menge Brote im Regal.






Mehrere Wände voll solcher Gefäße

Teuer??  Ich trete ein und nehme einen Cappucino und ein Muffin für umgerechnet 5 €, das geht eigentlich. Anschließend kaufe ich noch ein halbes Brot mit viel Rug (Roggen) für ca, 3 €.



Sieht lecker aus und war lecker




Über den Umweg am Wasser entlang komme ich wieder zum Campingplatz zurück. Duschen, Wäsche waschen und trocknen, im Trockner natürlich. Firma Miele, was denn sonst. Qualität aus Germany.

Dann Abendbrot Hühnchen in Curryreis und schon mal zwei Scheiben vom dem frischen Schwarzbrot. Lecker. Ich sollte da morgen früh nochmal vorbeischauen und noch ein halbes anderes Roggenbrot mitnehmen.

Nun sitze ich hier im Aufenthaltsraum vom Campingplatz und arbeite ein bisschen am Notebook.

Der Tag ist zwar nicht mehr sonnig geworden, aber trocken und einigermaßen warm. Weitere Zelter ist nur ein Paar aus Minden mit Pkw. Ansonsten diverse Wohnwagen und Mobile. Eigentlich nur Norweger. Ist noch nicht so richtig gestartet die Reisesaison - das ändert sich aber bald.






Mittwoch, 8. Juni

In der Nacht kam starker Wind auf. Gut das ich gestern ein paar mehr Häringe gesetzt hatte, so das ich jetzt nicht mehr in der Nacht raus musste.
Heute morgen noch nicht ganz blauer Himmel, aber das wird noch.
Merklich kühler mit gut 13 Grad, aber dafür gibt es Fleece. Mein Naturfleece, leider ist der oben ohne Film während der Radfahrt unter die Zenzur gefallen, reicht da alleine nicht mehr.

Mein Frühstück, heute morgen schon ein kleines Bufett meinte der Campingplatzbesitzer. Ein sehr netter junger Mann, gut drauf und hilft wo er kann.



Immer wieder kreuzen Wanderer den Platz, da der Küstenwanderweg über ihn führt.

die Fähre der Fjordline fuhr auch eben hier dicht vorbei auf den Weg nach Bergen, so wie ich letzte Woche.




Irgendwie ist es heute verdammt spät geworden, war dafür aber noch im Supermarkt Vorräte einkaufen.12 Uhr starte ich. Doch nochmal zu dem Bäcker. "Ein halbes Schwarzbrot  von dem da." Gestern kein Problem, diese sehr junge Frau war hilflos. Ich hatte schon mit dem Bäcker gesprochen und um Fotoerlaubnis angefragt "no problem". Erst nachdem auch er das halbe Schwarzbrot genehmigte, wurde es geschnitten. Noch einen schönen großen runden Keks und nach Fotos zum Rad.



Dort wurde ich von einem Mann angesprochen, englisch unterhielten wir uns.
Dann eine ältere Dame "Kommen Sie aus Deutschland?" "Ja"  "Ich auch, wohne schon seit 54 Jahren hier. Alles aus Liebe. Mein Mann, damals noch Freund war in Husum bei der Brigade. Er hat mich dann mitgenommen. Leider lebt er im Altersheim, ist dement."
Ich bin auch ein bißchen angeschlagen, weil zwei neue Hüften bekommen. Wie gefällt ihnen Haugesund? Also mir nicht mehr. Ist wird wenig gemacht, viel Dreck. Sie war  damals mit ihrem Mann dann mal ein halbes, mal ein Jahr in Deutschland und haben hier die Wohnung an ein deutsches Ärzteehepaar vermietet. Die sind immer noch da und wohnen ganz in der Nähe.
Ich habe nichts gelernt,wäre gern beim Roten Kreuz oder so etwas gewesen. Meine Kinder, zwei Töchter und  ein Sohn sind alle im Gesundheitswesen tätig. Das ist schön. So, nun muss ich nach Haus, ich muss mich hinlegen. Grüße an Deutschland und Husum.

Schade, das sie so plötzlich los mußte, hätte sie sonst noch eingeladen.


Den Camingplatz kennt sie such, war früher dreckig, jetzt soll es besser sein.

Ich fahre zurück auf die Radfahrroute NR 1

Wieder knackige Anstiege und schöne lange Abfahrten. Es geht ins Landesinnere. Herrliche Aussichten, immer wieder Fotos. Hinter jeder Kurve ein oh!









Ein Fernradler kommt mir entgegen. Fast so bepackt wie ich. Aus Dänemark von Kristiansand nach Bergen und dann mit dem Flieger auf die Shetlandinseln, weil die Fähre wurde ja eingestellt.
Have a good trip! Thank you, also und weiter.

Oh ein großer Sparmarkt. Ob der Handtücher hat?
Die junge Dame weiss zwar was ich möchte, aber nicht so ganz richtig. Also wird nachgefragt. Der junge Mann rennt von hier nach hier. Letztendlich gibt er mir einen Schwung Tücher aus der Fleischereiabteilung und wünscht mir eine gute Weiterfahrt. Diese Tücher, weit aus stabiler als Haushaltstücher sind zu empfehlen.


Ich bedanke mich und radle weiter.

Immer wieder Fotos.







Leider können alle Fotos die Atmosphäre nicht wiedergeben. Schade eigentlich.

Dann eine Baustelle mit analoger Reglung. Die Strasse wird neu gebaut und es werden Sprengungen durchgeführt.


Auch auf einer nicht sehr viel befahrenen Straße staut sich nach zwanzig Minuten was an


Das erste Auto (auf dem Bild oben nicht drauf) hat das Kennzeichen EL .., ich spreche den Fahrer an und er bestätigt mein Verdacht: Alle E Autos haben das Kennzeichen EL am Anfang. Er ist begeistert und freut sich, das alle Verbrenner verschwinden sollen.




Der muss auch noch klein gemacht werden


Die Strasse ist wieder frei und weiter geht es. Ich komme in den Bereich das die nächste Fähre noch ca 20 km entfernt ist. Will/muss ich sie heut noch erreichen? Mal Ausschau nach einem Nachtlager halten.
Da ist ein Platz mit Steinen gesichert, damit niemand das Holz abholen kann. Ginge, aber nur zur Not. Etwa 2 km weiter Vogelgejammere am Himmel. Ich sehe zwei große Vögel. Der eine müßte ein Adler sein, der jetzt auf seinen Horst landet. Der andere Vogel ? jault noch und fliegt dicht über ihn hinweg. Hat der Adler ihm etwas geraubt, sehen konnte ich es nicht.





Später sehe ich auf den Bildern am PC noch mehr Details. Ein Altvogel war am Nest, als der zweite landete. Der andere Vogel könnte ein Möwe gewesen sein.


Nicht weit weg erkenne ich an der linken Fahrbahnseite im Buschwerk, das dort mal die Strasse entlangführte. Fast nicht zu erkennen. Ich fahre durch das Buschwerk und siehe da, das war mal vor Jahren die alte Strasse, oder evtl. auch ein Parkplatz. Wer weiß, ich weiß nur, das ist mein Platz. Einige Meter weiter rein und ich werde nicht mehr gesehen. Jetzt das Spielchen wie jedes Mal. Zelt aufbauen, essen machen, relaxen und ab in den Sack.








Kurz nachdem Löcher in die Luft starren falle ich ins "sinieren"





Das Standortbild vom Satteliten zeigt den Weg sogar noch an.










Donnerstag, 9. Juni

Ich starte und heute morgen sind die Knots wider wie wild. Dagegen hilft nur dieses Mittel:


Nun ist es möglich ungestört zu arbeiten

Mein nächsets Ziel ist die Fähre in Nedstrand. Unterwegs wie bisher, Fotohalt nach Fotohalt. Ein paar Bilder folgen ohne weiteren Kommentar.









                                                                    mal eine stabile, langlebige Sitzgruppe







Das sind Radwege - aber auch Steigungen




Ich erreiche den Fähranleger in Nedstrand. Aber meine Fähre kommt erst in 4 Stunden. Was tun? Eine andere Fähre kommt. Was machen? Ich spreche mit dem "Fährmann" und erkläre ihm das ich eigentlich nach Hjemeland möchte. Kein Problem komm mit uns. Wir fahren nach Eidsund auf Ombo, dort dann rüberradeln zur anderen Seite und da die nächste Fähre nach Hjemeland. Das geht schneller, als hier zu warten. Gesagt, getan.




So sieht das auf dem Navi aus. Die Insel Ombo ist genau in der Mitte.
Ich werde im Südosten die Insel erreichen und fahre "eben" nach
Südwesten nach Skipavik rüber.



Nach einer Stunde Fahrzeit kommen wir auf Ombo an. Eidsund heißt es hier. Im Supermarkt kauf ich ein. Ich weiß das jetzt 13 km vor mir liegen. Durch die Postfrau erfahre ich, das in fast genau zwei Stunden, um 15:11 Uhr, die Fähre von Skipavik Richtung Hjemeland abfährt.
Gleich nach dem Fähranleger die erste krasse Steigung.




Da unten bin ich angekommen



mit herrlichem Ausblick








Eine herrliche Strecke sehr anstrengend, aber auch schönen Abfahrten, wo man dann richtig relaxen kann.

Nach eindreiviertelstunde erreiche ich den Fähranleger.


Kommt da wohl wirklich eine Fähre? Aus dem Fahrplan werde ich nicht schlau.

Pünktlich kommt sie an.



Das An- und ablegen geht schnell vonstatten.




Schnell erreichen wir Hjemeland. Nochmal in den Supermarkt, einen Café und los gehts.

Jetzt wieder die Stellplatzsuche.



Hier etwas zu finden ist immer sehr schlecht.






Doch dann diesen Platz?

Direkt am Wasser ist Zelten verboten. Gegenüber im Wald,  gut 10 m hoch wittere ich einen Platz. Mal anschauen. Jawoll der könnte es werden. Vorsichtshalber fahre ich nochmal einen Kilometer weiter. Aber negativ, gedreht und zurück. Kurz den Platz gerichtet, umgefallene Bäume usw wechgemacht  -hätte die Stihl gebraucht-.
Die Taschen vom Rad nach oben geschleppt und schließlich das Rad. Fahren war nicht möglich.

Zelt aufgebaut und passt genau. Hier oben vermutet man niemanden.





sogar eine feuerfeste Unterlage lag hier oben rum. Ist in der Apsis immer sehr gut,
denn morgen früh wimmelt es bestimmt wieder von Knots, so daß ich im Zelt kochen
muss.
Was gibt es denn heute so?


als Hauptspeise

und



mit dem eingebauten, ausziehbaren Löffel



als Nachspeise.

Am Abend stellte sich noch ein VW-Bus direkt unten am Wasser auf. Ein Mann aus München.
Wir haben noch geplaudert.



Der Berg wird noch lange von der Sonne angestrahlt.


Gegen 23 Uhr ein interessantes Vogelkonzert mit Glockengeläut von einer Schafherde die auf der anderen Seite vom
Hetlandsvatnet  (so heißt dieser See) am Hang grast.



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