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Freitag  10.6. 2016

Gut geschlafen, früh morgens die Glocken und mäh der Schafe gehört. Als das zu Ende war sang ein Vogel sein Morgenlied bei mir über dem Zelt. Das ist Service.

Frühstück, packen wie immer.



Füsse gefrischt

Noch mit dem Camper unterhalten. Er hat auch ein Klapprad mit seit dem er in einer Stadt hier oben 120 nok für den Tagesparkplatz bezahlt hat, aber für 25 min Überschreitung, er kam halt etwas spät zurück,  ihm dann 600 nok in Rechnung gestellt wurden.

Ich starte gemütlich, wie immer spät. Unterwegs wieder sagenhafte Landschaften. Immer wieder anhalten und Fotos machen.





Aber auch die kleinen Details verliere ich nicht aus den Augen!













Dann kommt ein Tunnel. 4,8 km lang sagt das Hinweiszeichen. Rad- und Fußgänger verboten. Kein Problem, ich hatte es auf der Karte gesehen, der alte Weg bestand noch und wird auch offentsichtlich in Stand gehalten. Frau Komoot befiehlt links auf den Radweg und 5 km folgen. Das mache ich glatt, denn der Weg ist mit einer Schranke verschlossen, das nur berechtigte hineinkönnen. Für Fuß- und Radfahrer ausgeschildert und passierbar. Herrlich, der Weg ist breit, wird dann schmaler, so auf 4 Meter und fast eben. Und dann diese Landschaft:
















Rechts der Berg, links unten das Wasser und auf der anderen Seite ein Dauerfelsmassiv. Einige Stellen der Straße wurden vor nicht all zu langer Zeit geflickt - großflächig wohlgemerkt. Es waren wohl einige der großen Wackersteine von rechts einfach auf die Straße gemurmelt. Paar Beulen in der Straße hinterlassen und die Leitplanke platt gemacht. Ich hoffe mal das heute keiner der Steinchen meint sich abzumurmeln. Kurz vor dem Ende noch der alte Parkplatz mit zwei Sitzgarnituren. Zeitlich passt mir das jetzt nicht, hier wäre ein idealer Nachtplatz, denn die Rasenfläche um die Sitze groß genug und Topfeben.






Dann geht es wieder auf die Piste. Es sind nicht immer Radwege an solchen Straßen, ist aber nicht so tragisch, da sich hier ganz schön an die Geschwindigkeit gehalten wird. Eng Überholen trotz Gegenverkehr kommt eigentlich nicht vor. Man bremst ab und wenn frei ist wird überholt und das mit Seitenabstand, als wenn die ein Auto überholen.



Quadratisch, praktisch, gut. Diese Art Häuser habe ich sehr viel im Lande gesehen




und in Massen angepflanzt:








Kleine Straßen parallel zur Schnellstraße sind angenehm


Heute fällt mir auf, das unheimlich viele Wohnmobile aus allen Ländern unterwegs sind. Was ist denn da los? Zeitlos bin ich schon fast geworden, es ist Freitag und ein Wochenende mit schönen Wetter lockt. Da komme ich wegen meines nächsten Zieles ins Grübeln. Eigentlich wollte ich noch eine wilde Zeltnacht bis zum Camping am Preikestolen einlegen. Ich überlege hin und her. Meine Entscheidung fällt so aus, das ich heute noch bis zu diesem Campingplatz fahre und dann morgen am Samstag sehr früh hoch gehe - zum Preikestolen natürlich.




Geschafft!!!

Um 17 Uhr erreiche ich mit allerletzter Kraft, 800 Meter steile Anfahrt, diesen eigentlich idyllisch gelegenen Campingplatz. Aber schön ist was anderes. Es gibt zwar Trennungen von Zelt und Mobile, laut dem Plan, aber es wird sich nicht dran gehalten, zumal es keine Hinweisschilder oder Abgrenzungen gibt. Der Platz zieht sich lang hin, aber WC und Duschen nur ganz vorn kurz hinter dem Eingang.




Ich suche mir einen Platz und baue direkt neben einer Zapfsäule für Wasser und Strom mein Zelt auf.

Nun ist mein Rad leer und ich fahre mal zu dieser "Hütte" am Anfang des Wanderweges zum Preikestolen. Ein Ehepaar mit Allradwohnmobil will auch morgen früh dort hoch. Ich checke das mal  ab, und das war auch gut so. Der Weg geht natürlich nur aufwärts. Nach 2,5 km gibt es schon einen ausgeschilderten Wanderweg rechts in das Buschwerk, weg von der Straße. Nach etwas mehr als drei Kilometer  einen Riesenparkplatz, die wissen warum. Dort kommt auch der Wanderweg raus und bei Kilometer -4- geht es links hoch Richtung zum Preikestolen, nochmals vier Kilometer. Also mindestens acht Kilometer pro  Strecke.
Und nun zu dieser Hütte/Hotel ? Etwa zweihundert Meter weiter - nein danke -  da geht es ja fast sekrecht runter und dann muss ich da wieder hoch. Das lasse ich lieber und sehe mir die Riesenhütte von oben an. Ich rolle die vier km zurück in fünf Minuten. Über 60 km/h und es rollte absolut sauber.


Richtung Preikestolen


      
  Ist zugleich auch eine kleine Abkürzung und weg von der Straße



Dort unten die "Hytte"

Kurz den Leutchen meine Erkenntnis überbracht, die dann morgen früh , früh gehen wollen.

Ich verzog mich ich dann ins Zelt, zumal irgendwie alle im Zelt oder Mobil saßen - klar die Knots waren auf Suche - nach Blut-.




Abends um 22:26 Uhr auf dem Campingplatz

Da wollen wir mal sehen, wie morgen früh das Wetter aussieht. Gegen Mittag soll es regnen.






Samstag, 11.6.2016

Auf dem Plan am Campingplatz in Sachen Wetter hatte ich gestern gesehen, das es heute so gegen Mittag anfangen soll zu regnen, zwar nur so ca 2 Stunden, aber immerhin. Da will ich wieder zurücksein, bin doch nicht verrückt und lebensmüde und renne da über nasse Steine. Also wecken so um 02:30 Uhr. Um zwei war ich schon wach, nein ich war nicht aufgeregt, ich hörte lediglich irgendwelche rangierende Lkw. Ich dachte an die Müllabfuhr. Na gut, wenn ich denn schon wach bin schaue ich doch mal raus. Ohhh alles rundherum bewölkt. ???
Nochmal genau gucken - da ist doch Richtung Fels es schon heller als sonst, bilde ich mir doch nicht nur ein. Kaffee machen, frühstücken Herr Bruns, nun werden se mal nicht luschig.

Zack zack ist das erledigt. Alles gepackt, den Fleece an darüber die Regenjacke auch als Windschutz. Siehe da der Himmel reißt förmlich auf, als ich aus dem Zelt krieche.  Nochmals den Toilettengang erledigen und Start um 03:22 Uhr. Gut 8 km liegen vor mir. Ich verlasse den Platz und was sehe ich: Lichter ohne Ende von etlichen Fahrzeugen, die die Fahrnahn blockieren. Es es nicht dunkel, aber alle volle Beleuchtung an. Übersehen kann man die nicht. Äh, es ist Samstag kurz nach drei?? Man muss nicht alles verstehen.
Ich gehe langsam an das erste Absicherungsfahrzeug heran, spreche den Fahrer auf englisch an, ob ich da rechts vorbei gehgen kann.

"Kannst ruhig deutsch mit mir sprechen, bin auch Deutscher."

Geht natürlich, wir wollen gleich nur noch auf der neuen Fahrbahn die Mitte rausfräsen.

Also weiter. Nach 2,5 km biege ich in den Wanderweg ein. Es ist bereits so hell, das man keine Beleuchtung benötigt. Hoch und runter geht es, immer dem roten T folgen. Auf dem großen Parkplatz und weiter bis es nach links hochgeht. Jetzt nochmal locker flockig vier Kilometer. Angesetzt sind dafür überall min 2 bis 2 ½ Std.


Ein Hinweisschild am Anfang der Tour


Ein Blick auf die Preikestolen fjellstue


Deutlich sichtbare Hinweisschilder, also verlaufen ist nicht drin

Ich gehe zügigen Schrittes. Werde ich wohl der erste da oben sein? Hinter mir ist niemand. Nach einem Kilometer ein Schild, da dachte ich eigentlich das ich wohl schon zwei Kilometer hinter mir hatte. So ging es weiter aufwärts, aber auch immer mal wieder abwärts.  Zwischdurch mache ich jede Menge Bilder. Keine Menschenseele zu hören oder zu sehen. Das Wetter wurde immer besser, keine Wolke am Himmel. Der zweite Kilometer dann endlich der dritte, jetzt noch einen Kilometer, der sich ganz schön zog.


mal sieht es so aus


mal so,


oder fast unbearbeitet


oder über Holzbohenwege durch Sumpfgebiete


dann auch mal wieder runter -die Hinweistafel noch im Sinn?


Ein paar Zelte


oder ganz einfach


Und zwischendurch immer wieder herrliche Fotomotive


dazu die absolute Ruhe





Steinmännchen am Wegesrand


schönes Sonnenspiel


grelles Gegenlicht

Endlich oben



Ein Blick über die Kante





Aber um 06:00 Uhr war ich oben  -  aber nicht alleine. Ich hatte schon Zelte gesehen, aber weitere Zelte erst später. Kommt noch warum. Alles junge Leute, die hier oben campiert haben. Jeder fotografiert jeden. Ich bin hier heute morgen der Älteste mit Abstand. Alle sind gut drauf. Kein Wunder, bei diesem Wetter.


Keiner da, ich bin alleine und kann es genießen


Um 06:30 h bin ich dann alleine. Bis 07:30 h, erst da kommt eine junge Asiatin, aufgeregt angelaufen und fragt mich ob ich ein paar Fotos auf der Kante von ihr machen könnte. Mit ihrem iPhone erledige ich das. Es bleibt noch ruhig, nur wenig zulauf. DerTouristensrom hat noch nicht eingesetzt.


Dann sah ich weiter nach oben, da müsste man doch hinkommen, zumal sich dort oben auch Leute gezeigt haben. Ich suche mir einen Weg. Kein rotes "T " zu sehen. Also merken, das ich evtuell wieder zurückfinde. Mein GPS läuft, sollte wohl klappen. Ich mache einige Aufnahmen und entdeckte diverse Zelte der jungen Leute. Sie schliefen wohl noch mal ne Runde.



Den Preikestolen von oben

Ich ging weiter und dann sah ich ein rotes "T" . Was sagt Komoot dazu? Rausgezoomt und klar ich stehe auf einem Weg und sehe auch, das dieser Weg nach einiger Zeit auf den Weg endet, den ich hoch gekommen bin. Ich ging ihn entlang. Er war nur wenig ausgebaut, viel natürlicher als der andere. Von oben sah ich dann auf den anderen Weg und erkannte den Zulauf von Menschen. Es wurden immer mehr. Kurz nachdem ich nun wieder auf dem Hauptweg einbog das Schild für die hochgehenden   << You have left the path to Preikestolen >> . Man will wohl nicht, das die normalen Touristen diesen zum Teil unausgebauten Weg nutzen. Kurze Zeit später traf ich das Ehepaar vom Platz, die mir entgegenkamen. Sie waren etwas später aufgestanden. Ich sagte ihnen das mit dem Hillway, so der offizielle Name des Weges,  den sie bei Iherem Rückweg auch benutzten.








Fantastische Ausblicke


Es ist schon beängstigend was für Leute mit welcher Bekleidung diesen Anstieg machen. Manche, die mir ent- gegenkamen habe sie, die  Platte bestimmt nicht geschafft.

Die ersten Wolken kommen auf. Regen?





Die letzten vier Kilometer lief ich diesmal auf der Straße. Autos und Wohnmobile fuhren noch aufwärts. Noch war es trocken. Um 10 Uhr war ich zurück auf dem Campingplatz. Da gab es erstmal Café und ein Muffin, den ich mir ja wohl verdienst habe. Jetzt erstmal eine Runde ruhen. So gegen 12 Uhr weckte mich der Regen, schnell raus, die trockenen Sachen reinholen und weiter ruhen, jetzt bei Regen erst recht. Ich hörte mehrmals einen Heli fliegen, und es wurden  dreimal Leute rausgeflogen, die sich wohl die  Beine gebrochen hatten, so ein Führer am Platz.


Meine Route


Am späten Nachmittag war der Regen vorbei und die Sonne schien. Das Ehepaar war auch zurück, aber gut nass waren sie geworden.

Durch die vielen Knots saß man nicht draussen sondern entweder oben im Café oder in seiner Hütte. Dort saß ich auch und arbeitete ein bißchen an der Webseite. Lokal war gut besetzt, denn Fußball war angesagt.








Sonntag , 12. Juni

verlasse ich diesen Platz. Das Ehepaar verabschiedet sich als ich beim packen bin
Dem Deutzfahrer sage ich auch noch tschüss. Er repariert gerade seine Shurflo Wasserpumpe.

Ab zur Anmeldung Karte und Kabel abgeben.
Just in dem Moment kommt ein Radlerpaar angefahren. Huch, was für eine Steigung!
Kommen auch mal wieder aus Holland. Noch kurzer Smalltalk an der Kasse mit den Beiden.

Ich starte und genieße die steile Abfahrt, schließlich bin ich sie auch hochgefahren.

Ich fahre wieder bis ganz nach unten ans Wasser, denn dort geht der Radweg weiter. Irgendwann mündet er auf eine vielbefahren Strasse. Deshalb biege ich ab, ändere die Route und fahre auf der anderen Seite des Fjords entlang. Das ist viel entspannter.



Hier kommt auch wohl noch mehr runter


Genüßliche einsame Radwege


Postkartenmotiv



kurz vor dem Top of the Hill





unterwegs




Selten, aber wenn dann ist das empfehlenswert sich daran zu halten


und hier fahren auch die Linienbusse






Ich erreiche den Fähranleger in Oanes  und habe ca 20 min Wartezeit. Schnell bringt mich die Fähre nach Lauvvik.
Dort, von Lauvvik aus kann man ganz durch den Lysefjord fahren. Aber den Kjeragbolten, auch ein Touristenmagnet, verkneife ich mir.






Ich mache Pause am Fähranleger. Einer dieser Schnellfähren legt ab, als ein Auto hupend ankommt. Zwei Männer wollen noch mit, die Fähre setzt zurück und schwupp sind sie drauf. Die Fahrerin kommt mit ihrem Hund zu den Sitzbänken und telefoniert in Deutsch.
Schnell kommt man ins Gespräch, sie  hat die deutsche Staatsbürgerschaft aber wohnt schon lange hier. Sie hat gerade ihren Mann und ein Arbeitskollegen auf die Fähre gebracht. Die arbeiten am Ende des Fjordes bei einem Tunnel.

Mal die Gelegenheit Infos zu bekommen.

Sie arbeitet bei der Kommune in der Altenpflege und bekommt im Gegensatz zu Deutschland bei 40 Std incl. Nachtdienste usw nicht 1400 sondern umgerechnet 2700€. 6 Wochen Urlaub und wenn die Kinder krank sind bleibt man zuhause. Ab 17 Uhr gibt es schon Stundenzuschläge. Weihnachtsgeld gibts vom Staat, es werden im Dezember nur die Hälfte der Steuern abgezogen. Urlaubsgeld gibt es auch sehr gut. Und die Arbeit an sich ist ruhiger und gelassener, weil genug Arbeitskräfte da sind. Überstunden? wofür?

E-Autos zahlen keine Steuern, keine Mout keine Fähren. deshalb das EL Kennzeichen.
Auch arbeiten wie auf der Strasse beim Camp Preikestolen am Wochenende und nachts gibt richtig Zuschläge. Sie kommt aus Stade und weiß von einer Autobahn die einfach nicht fertig wird. Das geht hier schneller trotz der widrigen Untergründe. Das einzige was sie vermisst sind bestimmte Aufschnitte, die es hier nicht gibt. Die werden dannvon Freunden und Bekannten mitgebracht.

Sie erzähltes noch einiges mehr, was mir später nochmal einfällt.

Sie muss los und ich starte auch. Ach Jedermannsrecht gibt es nicht mehr, so ihre Aussage. Es wird wohl immer noch geduldet vor allen für Einzelpersonen die eine Nacht zelten. Es hatte wohl Überhand genommen, dazu der Müll.

Richtung Oldetal muss ich, um zum Monafossen zu gelangen.  Da wird es dunkel und ein Regenschauer geht nieder. Ich halte an, stelle das Rad an die Leitplanke, und mit Regenjacke bewaffnet  ein paar Schritte hoch unter die Tannen. Ein Rennradfahrer sieht mich und macht das gleiche. Er ist auf Übungstour, so 60 Kilomter radelt er dann eben nach Feierabend, ist aber noch nicht ganz fit dieses Jahr. Knapp 10 Minuten dauert der Regen und wir fahren weiter. Die Luft ist jetzt noch reiner, als vorher schon.



Fels im Sonnenlicht



über eine Hochebene geht es weiter

Heute ist auf dieser Strecke der "Bär" los. Unheimlich viele Autos kommen mir entgegen. Das ist ja wie in einer Großstadt. Später fiel mir der Grund wieder ein. Hier in der Nähe war ein großes bekanntes Radrennen.




Oldetal umfahre ich an einem Fluss auf einem Schotterweg. Dort finde ich dann auch einen passende Platz.



Paar Meter weiter ist ein verschlossenes Tor. Lukk Grinden deutlich auf einem Holzschild zu lesen bedeutet:
-Tor schließen-, haben aber wohl nicht alle befolgt. Okay werde ich morgen rüber gehen.
Am kleinen Wildwasser hole ich mir frisches klares kaltes Trinkwasser bevor ich dann nach einem Gläschen Wein einpenne.






Fortsetzung folgt








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