11. Urlaubstag - 26.09. 2010 - ein Sonntag und leider mit vielen Rückschlägen


Wetter: Morgens 3 Uhr werde ich wach wegen starkem Wind. Der hält sich am Meer den ganzen Tag.

Wegstrecke von hier, Kalmar  bis Torsas  ca. 73,3 km (durch Pannen etwas mehr) dazu später mehr, Höchstgeschwindigkeit: 38,7 -Durchschnitt 14,7 km/h


Das soll heute wohl nicht mein Tag werden.  Ich verlasse diesen Platz und fahre Richtung City und die ersten Jogger sind auch schon unterwegs. Aber niemand sagt etwas.  Einmal sollte ich da in der City wenigstens geschaut haben. Das hat sich auch gelohnt. Los ist eigentlcih noch nichts. Wenige Autos, ein paar Jogger und Langlaufleute auf Rollen sind unterwegs. Ich fahre ein bißchen in der Altstadt umher und kann Fotos machen. Richtung Süden muss/will ich. Ich fahre aus der Altstadt heraus und komme an einer gemütlich aussehen Konditori vorbei. Mmm, klar ein Canelbullen und ein Cafe, so viel Zeit habe ich heute. Es ist sogar schon Betrieb hier.
Auch in der Stadt öffnen einige Geschäfte am Sonntag.
Weitere Bilder von Kalmar am Ende der Seite, ohne weitere Kommentare
Am Ortsrand  eine geöffnete Tankstelle. Ich fülle den Reifen auf und nehme noch Wasser mit. Auf schönen, breiten Radwegen verlasse ich Kalmar in Richtung Süden. Das klappt mit dem GPS ganz gut. Es sind jetzt gut ausgeschilderte Radwege.
Auf dem Radweg der E 22 S geht es weiter grobe Richtung Karlskrona. Die Küste liegt ca. 3 km  links von mir. Aber hinfahren - im Augenblick nicht.
Es geht weiter südwärts Richtung Söderakra. In Bergkarva entschließe ich mich über Torsas ans Meer zu fahren. Es liegt fast direkt am Meer. Danach dann aber wirklich weiter. Tornas ist ein kleiner Ort.  Zwei Supermärkte nebeneinander, die auch beide geöffnet haben.
Am Meer angekommen, das übliche Bild. Nichts los. Baden eh nicht, aber auch sonst nichts. Der Camingplatz mit Hütten ist verwaist. Der kleine Jachthafen ist im Sommer wohl auch lukrativer. Nichts ist geöffnet.  Öland, gute 30 km weg ist aufgrund des Nebels nicht zu sehen.
Ich fahre zurück. Will zurückfahren. Das gibt es doch nicht - Luft hinten fast weg. Ich pumpe auf und es hält. Eine Straße am Ende des Ortes führt auch zur E22 - aber als Radfahrer nicht geeignet, da verboten. Ich suche Rödeby und tatsächlich ich muss zurück über Torsas und dort nach Süden abbiegen.
Soweit kommt es gar nicht. Plötzlich ist hinten die Luft schon wieder wech. Auf einem Pelletbetrieb im Windschatten repariere ich. Aber es ist noch viel Luft drin. Komisch.
In Bergkarva erkenne ich  links ein Autoteilegeschäft -kaum Werbung- es fällt gar nicht auf. Trotz Sonntag klingele ich an der Tür. Der Besitzer öffnet mir und kann mir die flüssige Reparatur verkaufen. Flicken und Leim für ein Rad hat er allerdings nicht.
Ich habe schon viel Zeit am Hafen rumgetrödelt wegen der Flickerei - jetzt aber los. Da die Luftpumpe kaum die Möglichleit bietet den Reifen auf 4,5 bar zu drücken fahre ich noch schnell an die Tankstelle und fülle auf. Alles klar. Mal sehen wie weit jetzt.
Ich habe Torsas mal eben verlassen, wieder die Luft weg. Jetzt stehe ich im Gelände. Auf einer Hofeinfahrt will ich das neue Mittel probieren. Kurz. Es klappt nicht. Ein Auto kommt angefahren, hält auf dem Hof, keiner da er fährt wieder weg. Er, der Fahrer kam zu mir, konnte oder wollte mir nicht helfen. Es ist heute halt Sonntag.

Tatsächlich das Haus ist auf, niemand anwesend.
Ich gehe zum Nachbarhaus. Eine ältere Frau öffnet und versteht englisch. Ich kann ihr mein Missgechick erklären. Das ist doch kein Problem, im Coop kann man das alles bekommen, oder vielleicht auch in der Tankstelle - das sind ja nur 500m  (tatsächlich fast 2km) Die Zeit drängt. Kann ich mein Rad bei Ihnen abstellen. Kein Problem. Da kommt sie mit einem Flicken und etwas Kleber zu mir. Danke. Ich verbrauche das Teil  und fahre mit dem leeren Rad zur Tanke. Pumpe auf, kaufe Flicken und den Kleber dazu, eben auch noch ein paar dünne Arbeitshandschuhe und zurück. Wird es halten. Viel fahren kann ich eh nicht mehr.
Zurück gebe ich der hilfsbereiten Dame  den Kleber und zwei neue Flicken. Jetzt aber los. Oh sie wollen im Wald übernachten. Hier sind überall Wildschweine unterwegs. Ich habe keine Angst. Oder meinte sie mich damit?
Nun denn aufpacken und los. Paar Kilometer möchte ich noch schaffen, damit ich ganz aus dem Ort bin. Nur wenige hundert Meter, ich ahne es, merke es schon, geht die Luft weg. Rechts hoch den Waldweg und etwas links und da sind Plätze zum aussuchen satt.
Schnell wird das Zelt aufgebaut. Erst essen machen, dann die Arbeit. Köttbullar, weil es Elch nicht mehr gab.
Das Hinterrad ausgebaut und beide Schläuche mit ins Zelt. Jetzt wird geflickt, wie in alten  Zeiten. Aufrauhen, Kleber dünn drauf und vorsichtig über der Gasflamme trocknen. Es ist zwar nicht kalt, aber Wärme tut hier sehr gut.  Nur jeweils ein ganz kleines Loch finde ich, nachdem ich den Schlauch ziemlich aufgepumpt habe.
An einigen Stellen zeigt der Schlauch irgendwie aufgerauhte Stellen. Die Felge ist aber augenscheinlich in Ordnung. Ein Felgenband ist sauber drin, aber ein alter -liegt es doch daran? Vorsichtshalber überflicke ich diese rauhen Stellen. Beide Schläuche halten Luft. Ich habe sie sehr stark aufgepumpt hier im Zelt liegen. Es nützt nichts, ich hole, auch wenn es draußen schon wirklich stockfinster ist, den Reifen rein. Ich finde keinerlei Macken. Der Reifen wird nochmals akribisch cm für cm innen abgetastet - ich habe ihn dazu gedreht- nichts, aber auch rein gar nichts zu finden. Also kann es nur sein, daß der Reifen sich irgendwie an der Felge innen aufreibt. Aber warum erst jetzt nach so vielen Kilometern.
Die Schläuche und Decken sind fast neu - nicht mal ein halbes Jahr und nicht viel gefahren worden. Ich mache jetzt noch zusätzlich Isolierband rechts und links bis hoch an die Schultern der Felge. Es ist da gefühlsmäßig nichts, wo sic der Schlauch mit beschädigen könnte - aber vorsichtshalber - einmal rechts einmal die linke Seite.
Die Schläuche sind immer noch drall gefüllt. Ich nehme mir einen und baue ihn ein. Über 300 Pumpenhübe und dann ist er fast genauso hart wie der Frontreifen, der keinerlei Macken zeigt.
Jetzt bin ich neugierig was morgen denn passiert. Ich drücke mir selbst die Daumen, das ich wenigstens bis Rödeby komme. Karlskrona ist dann nicht mehr weit weg. Irgendwo hoffe ich dann auf neue Schläuche, und dann auch,  wenn vorhanden auch ein andere Decke, damit ich die besser aufpumpen kann. Ich fahre leider den großen 2,2 Reifen.
Mittlerweile ist es 24 Uhr und der Bericht fast fertig. Nur noch die Bilder fehlen. Das kommt hoffentlich morgen, oder auch erst später. Es sind noch etliche Kilometer bis Trelleborg, die ich schaffen muss. Mal schaun.
und schon wieder das obligatorische Routenfoto

Jetzt die Bilder von Kalmar









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