Island 2017 mit dem Rad

von Martin Bruns

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Montag, 31. Juli 2017 bis zum Samstag, 6. August 2017
Montag, 31. Juli

das war die letzte Nacht in Landmannalaugar. Geweckt durch die Sonne. Heute abbauen und gen Süden über die F 208 .

Ich verabschiede mich noch nach einem Kaffee bei Max und lade ihn nochmals eindringlich ein im Oktober, wenn er zurück kommt, zu mir zu kommen. Wir wollen dann gemeinsam Essen gehen. Uschi ist natürlich auch eingeladen.

Ich radele dann schon mal los. Prompt übersehe ich das F 208 Schild mit dem Ort Eldgjå. Als Max mich zwei Kilometer weiter einholt weist er mich auf meinen Fehler hin. Mir war das Abbiegen bekannt, hatte aber eine andere Erinnerung und Entfernung an diese Örtlichkeit, die wir vor ein paar Agen mit seinem Wohnmobil passiert hatten. Ist ja nochmals gutgegangen.

Im nachherein betrachtet und die Erfahrung, die ich mit Streckenbeschreibungen und Entfernungen von Autofahrern schon gemacht habe, ist es mir jetzt selbst passiert einen Ort ganz anderes einzuschätzen. Das liegt natürlich an der ganz anderen Sicht, die man aus einem Fahrzeug hat. Als ich zurück fuhr konnte ich mich dann in etwa wieder an diese Stelle erinnern.

Noch kurze Lagebesprechung, ob wir uns evtl. noch zur Fahrt zur Lakispalte auf dem Campingplatz in K treffen könnten. Durchaus möglich und durch whatsapp alles ganz einfach, wenn dann Netz vorhanden. Es ist zwar sehr gut hier, aber E, 3G oder gar 4G ist in menschenleeren Gebieten auch nicht immer vorhanden. Telefonieren klappt dann noch zumindestens. Darum kommen auch diese Webseiten nicht immer pünktlich auf den "Frühstückstisch ".

Ich drehe also um, biege dann auf die F 208 in Richtung Eldgjå ab. Heute erwarten mich nach Karte einige Wasserfurten. Zehn Kilometer wieder herrliche Landschaften. Wenig Verkehr. Dann die erste Furt. Hose hoch, Klickschuhe aus und Sandalen an. Das Wasser ist klar, aber nicht warm. Kneippkur. Ich brauche nicht abpacken und schiebe so mit allen Gepäck durch.
Ab jetzt wird die Straße zur Piste. Mal glatt wie ein Kinderpo, mal rauh und hart. Faustdicke und größere Steine auf der Piste. Starke Steigungen, die in die 20% + gehen und ich schieben muss. Die Gefällstrecken sind nicht anders. Einige Steilstrecken komme ich nur in Schrittempo runter. Die Bremsen werden hier aufs äußerste gefordert und sollten ja nicht versagen.
Eine Furt nach der anderen. Mal breit und bis gut 50 cm tief, mal weniger und manchmal sogar für mich durchfahrbar. Zwei jungen Frauen mit Rad aus der Schweiz kommen mir entgegen. Sie wechselten bisher bei jeder Furt die Schuhe. Ich sagte ihnen, das sie die Furtschuhe anlassen sollen, denn in den nächsten 10 Kilometern kommen noch einige. Ich selbst hatte bei acht aufgehört zu zählen. Auch ihre Strecke vom Campingplatz bis hier war sehr anstrengend. Es kommen noch mehrere Furten und viele Steigungen. Das stimmte. Die Furten waren nicht so tragisch, aber die Steigungsstrecken hatten es wahrlich in sich. An einer Steigung, zum Teil schiebend hielt der mich überholende Wagen an. Ein junges Paar aus Österreich. Sie reichten mir noch Schokolade bevor sie weiterfuhren. . Später auf dem Camp treffe ich sie wieder.

Die vielfältigen Landschaften entschädigten mich bei dieser Fahrerei. Mal war ich umgeben nur in schwarz. Dann kam langsam wieder das leuchtende Moos dazu. Ein wahnsinniger Kontrast.

Dann das Hinweisschild zum sechs Kilometer entfernten Campingplatz, oder in die andere Richtung nach Eldgjå, in zwei Kilometer. Ich sah schon hier überall schöne Übernachtungsplätze, die aber gleich mit Schildern dies verbieten. Also Richtung Camp. Auch hier wieder nochmals kurze Steigungen, um das Tal zu verlassen. Eine letzte breite Furt. Es ging abwärts in ein Deltagebiet. Der Fluss hier nahm viel Platz ein. Überall kleine Wasserfälle und reißende Strudel. Eine irgendwie urige Landschaft tat sich hier auf. Hier soll es einen Campingplatz geben? Ich hatte schon Zweifel. Tatsächlich. Ein Reisebus, war auch schon da, die Gäste saßen im großen Haus. Ein paar Holzhäuser und diverse Zelte. Klo und Dusche, (500 ISK - ein Bild habe ich mir verkniffen) das war es.

Der Preis für das 1600 ISK. Der Standard hier auf solchen einfachsten Plätzen ist für diesen Preis m. E. irgendwie daneben. Zumal es auch Plätze mit mehr Komfort gibt. Wenn ich gerade auch hier die Abwaschplätze sehe und die WC . Von einem Aufenthaltsraum, der ja nicht mal beheizt sein muss , ganz zu schweigen, da nicht vorhanden. Leider ist man manchmal auf diese Plätze angewiesen, da es auch nicht immer möglich ist geländemäßig einen freien Platz in der Natur zu finden. Das alles ist meine Meinung dazu, die andere zum Teil so nicht sehen, oder mit mir teilen.

Es ist bekannt, das es hier teuer ist, aber Preissteigerungen wie erlebt in einem Jahr von 50%. Ob das wirklich sein muss? Oder sollen, die doch zu vielen Touristen, die das Land überschwemmen, abgeschreckt werden? Wie dem auch sei, auch ich bin Tourist und ärgere mich über einiges hier. Leider entspricht auch die Werbung vom isländischen Verkehrsbüro nicht der Wirklichkeit. Ich habe mich halt an der Natur sehr erfreut und die Menschen rausgefiltert und bestimmte Örtlichkeiten nur zu unmöglichen menschenleeren Zeiten besucht.

So waren auch die Fotoexkursionen mit Max in Landmannalaugar auf einsamen Pfaden eine sehr schöne Abwechslung. Wir konnten uns sehr gut austauschen, nicht nur in der Fotografie. Über Gott und die Welt haben wir geplaudert. Max ist viel in der Welt rumgekommen und Island hat er auch schon mehrmals besucht, so das er mir einiges darüber erzählen könnte.

Das Paar aus Österreich, die mit der Schokolade, war auch hier. Er war mit der Uni hier auf Exkursion. Studium in Geowissenschaften in Salzburg. Auch ein Prof, der schon in Reykjavik an der Uni war, war dabei. Viezehn Tage waren sie hier unterwegs. Nächstes Jahr gehts nach Grönland. Er hat dann noch zehn Tage dran gehängt und Urlaub gemacht. Morgen gehts ab zum Flughafen.

Ich baue mein Zelt auf, Essen kochen und ab in den Sack.

Dienstag, 1. August 2017

Die Wolken hüllten alles ein. 100% Luftfeuchtigkeit. Kaum Sicht. Erstmal in Ruhe eine, zwei ... Tassen Kaffee und Frühstück. Anschließend noch ein bisschen die Webseiten weiter geschrieben. So langsam tauchte die Landschaft wieder auf. Ich packte meine sieben Sachen und machte mich von dannen. Gegenüber drei Frauen im Alter so um die 55+ . Deutsch hatte ich ja schon gehört. Saßen ja schon lange draußen und diskutieren irgendetwas. Zum Schluss kriegten sich zwei in die Wolle. Jetzt aber weg.

Der Weg schlängelte sich an den Hügeln und natürlich über die Hügel. Es waren nicht viele aber einige langes Steigungen mußte ich dann doch wieder schieben. Dann schöne Abfahrten. Es war zwar Automäßig wenig los, aber bei manchen war doch die Paris - Dakar ausgebrochen. Man staubt das geil. Am schärfsten fand ich die drei , die schön dicht hintereinander fuhren. Zwei und drei fuhren einfach blind. Entschuldigung, aber was sind das für Hirnlose Autofahrer. Ich fuhr mittlerweile bei Annäherung von Fahrzeugen mittig und tat so, als ob ich sie noch nicht wahrgenommen habe. Dadurch wurden sie unsicher und reduzierten ihr Tempo. Fuhren sie schon von selbst vorher langsam ging ich auch schon vorher zur Seite.
Nur einige wenige fahren sehr rücksichtsvoll, das sieht man auch schon von weitem. Wer sind die schlimmsten? Schwer zu sagen. Touris in den kleinen Suzis, aber auch die dicken 4 WD mit großem Werbeaufdruck in Sachen Reisen in Island. Das Alter der Fahrer und Fahrerinnen ist von bis. Okay - erledigt für heute.

Je später der Tag, je besser wird das Wetter. Auch die Sonne lässt sich ab und zu blicken. An einer Einmündung auf einer Anhöhe erkenne ich in gut 1000 bis 1500 Meter vor mir an dem großen Berg einen Wasserfall. Nicht spektakulär, aber im Bereich einer Naturbrücke. Mit Tele mache ich Fotos. Schaue auf die Karte und Navi aber keinerlei Hinweise. Da biege ich mal falsch ab und versuche etwas dichter ranzukommen. Ich fahre ein Stück Feldweg, stelle das Rad ab und laufe in Richtung Wasserfall. Ich kann ihn nicht erreichen da ein breites Flussbett den Weg versperrt. Es gibt Wege dorthin, denn ich kann Trampelpfade erkennen.

Wieder zurück und gen Süden grobe Richtung Strasse -1-. Den nächsten Campingplatz will und werde ich heute nicht erreichen. Mal wieder eine ruhige Nacht verbringen in der freien Natur. Aber wie das so ist. Die Einzäungen fangen wieder an. Gar nicht einfach etwas zu finden, zumal wohl rechts und links alles irgendwie Privatbesitz ist.

Jetzt erstmal Uschi anrufen. Dazu stelle ich mich in einen Seitenweg, der zu einer kleinen Ansammlung Häuser und einer Kirche führt. Wie abgesprochen 6/7 Autos aus allen Richtungen, dann wieder Totenstille. Beim telefonieren kommt ein Traktor mit Rundballen in diesen Seitenweg hinein. Ich halte ihn an und frage ob es wohl möglich sei da gegenüber für eine Nacht zu zelten. Kein Problem. Da habe ich jetzt doch schon meinen Nachtplatz gesichert.

Hinter einer Schafsammel- und Verteilerstelle baue ich mein Zelt auf. Mutter Schaf mit ihren Kindern beäugt das erstmal und zieht wieder von dannen. Später grasen sie fast direkt am Zelt.

Mittwoch, 2. August 2017

Overcast, als ich heute morgen aus dem Zelt sehe. Aber es geht leichter Wind, da bin ich sicher, das diese Glocke aufgelöst wird. Bis zum"Dörflein'kann ich schon sehen. Die kleine Kirche wurde des nachts angestahlt.

Heute möchte ich den Campingplatz in dem fast unaussprechlichen Ort

Kirkjubajarkklaustur erreichen und mich auch wieder mit Max treffen.

Da es nur etwas über 30 km bis dorthin sind und der Weg sich spätestens ab der 1 glättet habe ich keine Eile. Da radele ich doch nochmals zu der kleinen Kirche. Umgeben von der Gräbern, die aber nicht sonderlich gepflegt sind, eher gar nicht und umgeben mit einer Natursteinmauer. Ein paar Bilder und los geht es. Bis zur 1 sind es noch wenige Kilometer. Ein paar leichte Steigungen und schon stehe ich vor der Einmündung. Nach links in Richtung Kirkjubajarkklaustur. Asphaltstraße. Gleich eine Steigung, ein paar folgen noch, aber nicht der Rede wert. Dann sehe ich die 1 in der Ferne. Noch eine Brücke, die etwas ins Alter gekommen ist und schon mal nur noch für 5t freigegeben ist. Fotostop und Teepause. Ein Fahrzeug der Straßenbaubehörde kommt und nimmt die Brücke in Augenschein. Fotos werden gemacht und telefoniert. Da gibts wohl bald was neues. Nun zur Strasse-1-. Immer wieder treffe ich auf Radler, Polen, Deutsche, Italiener.
Plan, fast wie im Ostfriesischen, ist die Strasse. Es radelt sich gut. Leider fängt es an zu regnen. Regenklamotten an, und gut ist.
Rechts und links liegen die Reste vom Ausbruch der Lakispalte, die das aus dem Erdinneren hinausgeworfen hat. Es ist schon ein paar hundert Jahre her. Jetzt ist alles dick mit dem typischen Islandmoos bewachsen. Bis zum Horizont reicht die Fläche. Dann doch tatsächlich ein Parkplatz um sich diese Fläche von einem erhöhten Standpunkt ansehen zu können. Ein Bus und mehrere Pkw. Der Aussichtspunkt ist voll. Tasse Tee und warten. Die Tür des Pkw, ein paar Meter entfernt, öffnet sich und: "would you have a cake?" Das kann ich natürlich nicht ablehnen. Ich bekomme eine dicke Scheibe vom Kuchen. Ein junges Paar aus Kanada. Der Kuchen ist auf, der Tee getrunken und der Bus hat eingeladen und fährt davon. Nun gehe ich nach oben, mache ein paar Fotos.
Noch ein paar Kilometer, der Regen hört auf, erreiche ich mit noch paar Fotos mehr den Ort. Tankstelle- Supermarkt. Nicht viel im Sortiment. Na ja. Weiter zum Campingplatz. Ich fahre erstmal vorbei, um zu sehen, was für Geschäfte da noch folgen. Ein Alkoholladen, Café und ein größerer Supermarkt. Das ist gut. 100 m zurück und zum Camp. Nicht viel los. Ich baue das Zelt auf. Zwischenzeitlich ist auch Max eingetroffen.
Um 17 Uhr ist die Rezeption wieder besetzt. Wir bezahlen. Ein sauberer Platz mit warmen Toiletten- und Duschräumen. Ich nehme gleich noch Coins zum Duschen mit.
Max und ich gehen einkaufen. Wir besuchen auch den Weinladen und teilen uns den Preis der Flasche Rotwein. Im Supermarkt mit guter Auswahl auch an Obst und Gemüse decken wir uns ein.
Max kocht Spaghetti mit Souce und ich mache noch aus Resten eine Souce und gemeinsam mit Wein verspeisen wir alles. Noch die kurze Web- und Bildbearbeitung bevor es in die Koje geht.

Bei diesem Zeichen gibt es Suppe
Wo ist der Wurm?
Donnerstag, 3. August 2017

Heute morgen ist die Lakispaltentour mit dem Bus geplant. Wetter - na ja. Wir entscheiden, das wir fahren. Neun Uhr ist Abfahrt an der Tankstelle. 15000 ISK kostet der Spaß. Der große Geländebus, MAN, Baujahr 1982 ist fast voll. Der erste Stopp ist an einem Wasserfall. Die Zeit ist mit 15 Minuten zu kurz. So schaffen wir nur die Schlucht zu fotografieren Namens Fjadrargljufur.

Weiter zum Wasserfall Fagri, den wir ablichten können. Noch hält sich das Wetter, aber wie lange noch. Der Bus schaukelt uns über vierzig Kilometer zur Lakispalte. Dort werden wir von einer Rangerin eingewiesen. Bis zu einem Aussichtspunkt geht sie mit und erklärt uns dort das Zustandekommen dieser Spalte incl. Der Umgebung. Nicht leicht ihrem englisch zu folgen. Da muss ich nochmal in Ruhe googeln.
Es fängt an in Bindfäden zu regnen. Wir machen eine Tour zum Kratersee und gehen auch den Berg hoch. Trotz Regen machen wir Fotos. Die Regenklamotten halten uns trocken. Um 15 Uhr starten wir wieder. Noch ein Halt haben wir. Bei dem Regen steigen nicht alle aus.
Es geht langsam zurück. Diese Tour wird schon seit Jahren so angeboten. Keine Änderungen im Ablaufplan. Schön wären noch ein paar Stopps, aber dazu fehlen die Möglichkeiten. Bei Gegenverkehr müssen sich die Fahrzeuge aneinander vorbei mogeln.
Nach über neun Stunden sind wir zurück im Camp.n
Freitag, 4. August 2017

Max schlägt mir vor, da er nochmal in Richtung Skaftafell möchte, das ich mitfahren kann, wenn ich möchte. Da er auf dem Weg Richtung Westen ist, muss er auch wieder zurück. So starten wir und fahren über die 1 in Richtung Gletscher. Paar Fotohalts, die mir natürlich zusagen und Max freut es keinen Drängler dabei zu haben.
Kurz vor Skaftafell auf einem Parkplatz sind Reste von der Eisenbrücke als "Mahnmal" aufgestellt. Das erinnert an die große Überschwemmung 1996, aufgrund eines Vulkanausbruchs vom Grimsvotn, an dem die lange Brücke teilweise weggerissen wurde. Skaftafell ist ein Nationalpark seit 1967.

Ein paar Bilder und weiter zum großen Skaftafellcentrum. Große Information, Café und diverse Unternehmen, die Touren über die Gletscher anbieten. Dicht anschließend der Campingplatz, meinZiel morgen, wenn es das Wetter zulässt. Gut 76 Kilometer, was auf der glatten, fast ebenen -1- zu schaffen ist. Ansonsten haben wir einem Platz, uneinsehbar von der Strasse gefunden.

Hier im Centrum ist es sehr voll. Wir laufen die gut 1 ½ Kilometer zum Gletschersee. Der Gletscher transportiert das Schmelzwasser in einen Fluss davor, wo es nicht aus einer Höhle/Glocke herauskommt, sondern von unten. Im See einige kleine Eisberge. Die Wand hat ca. 50 m an Höhe. Laut Max ist der Gletscher in den letzten Jahren aber schon stark geschrumpft. Da, wo wir jetzt laufen war damals noch Gletscher.

Wir gehen zurück, das das Wetter sich verschlechtert. Zurück auf der -1-. Ein Schauer vom feinsten durchfahren wir. Dann ist der Spuk vorbei und wir können noch Fotos von diversen Erhebungen machen. Mal im Sonnenlicht, mal mit Wolken abgedeckt. Kurz vor dem Camp noch zum Stjornarfoss. In unmittelbarer Nähe ein Campingplatz für die Nutzung der Campingcard, die sich Max vor Antritt der Reise gekauft hat.

Er bringt mich zu meinem Platz und wird heute Nacht dort übernachten. Ich kaufe noch Lebensmittel für die nächsten Tage ein, da Skaftafell kein Supermarkt hat und der nächste erst in ca. 140 km zu erwarten ist. Aber bis dahin dauert es halt noch.
Samstag, 6. August 2017

Das Wetter sieht gut aus. Ich bin früh fertig, Max erscheint noch, bevor er gen Westen weiterfährt. Ein letzter Kaffee und wir beiden starten durch.

Zwanzig Kilometer, einige Bilder bei schönem Wetter und dann? Dann kommt langsam die dunkle Regenwand auf mich zu. Sie sieht wirklich nicht gut aus. Regenscutz für die Schuhe, Regenhose und Regenjacke. Auf dem Kopf eine Pudelmütze. Ja, genau. Meine Regenjacke hat keine Mütze. Ich mag diese Mützen an den Jacken nicht, da sie einfach nicht perfekt für das Radfahren sind.
Es geht los mit dem Regen. Gut ist nur, das der einfach nur runterkommt, weil ohne aufkommenden Wind. Eine Stunde Dauerregen. Die Temperatur sackte von 13 auf unter 10 Grad. Kühl ja, aber irgendwie nicht kalt. Der Regen lässt nach. Rechts über dem Meer, sogar blauer Himmel und die Sonne schaut auch zu mir runter. Ruckzuck sind es wieder 13 Grad. Schnell sind die Regenklamotten wieder trocken. Aber ausziehen brauche ich sie nicht, denn die nächsten Regenwolken eilen herbei. Und wieder gut eine Stunde Dauerregen.
Dann sehe ich im Dunst schon den Gletscher. Aber die Entfernung täuscht. Noch gut zwanzig Kilometer sind es noch bis dahin. Es ist fast trocken. Ich fahre durch bis zum Campingplatz. Ich melde mich an, bezahle und suche mir ein Plätzchen. Ich will gerade aufbauen, als ein Wolkenbruch nieder geht. Das Aussenzelt steht schnell. Alle Taschen rein ins Zelt und ich selbst. Tür zu und geschafft. Es gießt in Strömen. Ich mache mir im geräumigen Zelt warmes Essen. Danach räume ich dann ein bisschen, hänge das Innenzelt auf und bereite alles für die Nacht vor.

Infocentrum und Café schließen. Einen Aufenthaltsraum für die Camper gibt es hier nicht. Nur einen überdachten Platz mit Tisch und Stühlen und daneben Waschbecken. Ist nicht ganz viel, für den Preis. Viele junge Leute, die dort und auch vor dem Infocentrum sitzen bereiten sich essen vor. Stimmen aus allen möglichen Ländern höre ich.

Ich verkrieche mich in meinen Sack. Immer noch kommen Camper, die ihr Zelt aufbauen. Sei es zu Fuß, mit dem Rad, oder mit dem Leihwagen.
Noch auf dem Campingplatz