Island 2017 mit dem Rad

von Martin Bruns

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Freitag, 21. Juli bis zum Mittwoch, 26.Juli 2017
Freitag, 21. Juli 2017

Heute morgen ist die Landschaft in Watte gepackt. Die Wolken sind in der Nacht tief gesunken. Eine mystische Welt. Aber es regnet nicht und kein Wind. Die Nacht hier im Niemandsland verlief ohne Probleme.
Ich fahre ab, eine kleine Senke, nochmals eine Steigung und so langsam wird die Gegend platter. Nur noch seichte Hügel. Gutes fahren ist angesagt. Immer die Küste rechts von mir. Selten, daher auch angehalten sind kleine Parkplätze mit Bank und guter Aussicht. An einem Automuseum komme ich vorbei, aber verzichte auf dessen Besuch. In Hofsos biege ich ab in den Ort. Anziehungspunkt ist das Schwimmbad mit Blick aufs Meer.
Weiter geht es. Immer noch hängen die Wolken tief. Ab und zu sieht man, das es links immer noch hohe Berge gibt. Da kommt ein Radler von vorn. Der junge Mann aus Portugal begrüßt mich sofort mit Handschlag. Ja, die Strasse ist hier angenehm zu fahren. Das wird sich bald ändern sage ich ihm. Er weiß es. Er fragt noch nach den Tunneln, die da kommen werden. Keine Probleme, Licht am Rad und gut ist. Wir verabschieden uns und jeder fährt seinen Weg.
Am Wegesrand in den Blüten dr Schafgarbe sieht man diverse Insekten.
Gegen 16 Uhr ist immer so Pausenzeit und ich finde den lost place. Ein Brückchen über einen trockenen Graben dann ein Tor - was ist denn dahinten? Neugierig gehe ich hinein. Ein Stein mit einem Kopf und Inschrift. Ich nehme an es ist ein Grab. Daneben steht eine Sitzgarnitur. Ich hole mein Trinken und den Kuchen und setze mich dahin. In gut 200 m Entfernung, oben auf einem Hügel ein großes zweistöckiges Haus - ebenfalls verlassen- auh ein lost place. Vlt. gibt es eine Verbindung zu dieser Stelle. Wer weiß.

Dann die Straße 1 bis zu meinem Zieort Varmahlid. Zuerst den Supermarkt angelaufen. Wie immer auch gleich Tankstelle. Betrieb ohne Ende. Klar es ist Wochenende, man hat das Gefühl ganz Island ist hier. Der Markt ist brechend voll. Da er bis 22:30 h geöffnet hat, kaufe ich das notwendigsre und fahre den Berg hoch zum Camingplatz. Was ist denn hier los? Ich glaube es sind nur Einheimische hier. Der Platz ist groß aber fast voll. Der "Master" hat alles im Griff. Er sieht mich und kann mir sofort einen schönen Platz anbieten, wo kein Auto hin kommen kann. Schön geschützt zwischen Bäumen und Büschen. Akkus aufladen ein paar Meter weiter im Haus mit Waschmaschine. Zwischendurch kommt der Master zum Kassieren. Retiered bin ich. 67 Jahre alt? Ich zeige ihm vorsichtshalber noch meinen anderen Ausweis - alles klar.
Nach dem Abendessen gehe ich den Kilometer zum Supermarkt, um meine Liste abzuarbeiten. Klappt alles. Jetzt bin ich für ein paar Tage eingedeckt.
Samstag, 22. Juli 2017

Herrliches Wetter. Heute morgen muss ich die Fronttaschen neu packen, wegen dem Einkauf von gestern. Erst spät komme ich los. Die letzten Informationen hole ich mir aus der Touristeninformation. Meine Fahrtroute zur 35 ist schon richtig. Zunächst auf der 752 gen Süden bis etwa Steinsstadir. Dort verlase ich diese Straße und fahre auf die 756, eine Schottrpiste. Die Dame von der Info meinte noch zu mir, das das eine schöne Strecke ist mit nur leichten Hügeln.
Heute sei WE und hier in diesem Bereich ist Wetter mit über 20 Grad angesagt worden, darum sind alle Isländer Campinggenhier her gekommen.

Okay, dann wollen wir mal schauen. Die Wetterapp zeigt gutes Wetter. Im bereich Snaefjell sehr starke Winde. Ich glaube beinah, die kommen hier auch an. Auf der Teerstraße habe ich Seitenwind vom feinsten. Als ich abbiege bekomme ich den Wind von vorn seitwärts und zwar mit einer solchen Stärke, das er es schafft mein Vorderrad trotz der schweren Taschen auf dem Schotter wegzudrücken. Ich muss dann sofort abbremsen und Füße von den Pedalen. Also einklickendarf ich auf gar keinen Fall. Fahren in der Ebene geht man soeben. 4-7 km/h. Geht es hoch, darf ich schieben. Geht es runter muss ich trotzdem richtig treen und Schwug holen für den nächsten Hügel daran ist nicht zu denken. Gegen 16 h hier mache ich an einem Wildwasser Pause. Ich habe Glück, wenige Meter fast windstill. Ich bleibe gut zwei Stunden dort, sonne mich, halte die Füße ins Wasser und döse ein bisschen, alles in der Hoffnng, das der Wind nachlässt. Es ist ein Einbildung, er hat nicht nachgelassen. So quäle ich mich weiter. Aber so erlebt man wenigstns das Wetter pur, auch wenn es "wehtut". In der Blechkiste hocken, kann jeder. Meter für Meter geht es voran. Wo könnte ich bei diesem Wind das Zelt aufbauen. Schön wäre ja wenigstens leicht geschützt. Da sehe ich dann wieer einen solcher Wildbäche links unten neben dr Fahrbahn. Ich teste den Platz. Das sieht gut aus. Ich komme mit dem Rad gut hin, morgen muss ich dann etwa 15-20 m das Gepäck hoch tragen, einfacher als das Rad mit dem Gepäck hochzuschieben. Ruckzuck bin ich mit dem Rad unten baue das Zelt auf und genieße mein Abendbrot.

Da ich hier man gerade telefonieren könnte, kann ich nicht nachsehen, was mich morgen so wettermäßig erwartet. Ist auch egal, ich lass mich überraschen. Noch hat der Wind hier gegen 23 Uhr nicht merklich nachgelassen. Die Wolken rasen immer noch ganz schön. Wir werden sehen.
Sonntag, 23. Juli 2017

Mein erster Gedanke heute morgen war, ob denn der Wind wohl nachgelassen hat? Na ja, relativ. Aber eine schöne Sonne scheint mittlerweile übr den Berg genau in mein Zelt. Das Wetter wird sofort ausgenutzt, um Schlafsack und anderes zu lüften während ich frühstücke.
Irgendwann schaut Mutter Schaf mit ihren Drillingen vorbei. Das hat sie wohl noch nicht gesehen, den kaffeetrinkenden Zelter. Dicht gehen sie vorbei, aber immer mich in Blick. Ich bleibe sitzen und so ziehen langsam von dannen. Ich baue ab und bringe die Taschen per Hand an die Piste. Der Wind kommt zwar noch von vorn, hat aber merklich abgenommen. Noch gut acht Kilometer ist die Strecke nicht ohne. Der Schwung von einem Hügel auf den nächsten reicht meistens nicht. Immer noch, aber kürzere Schiebepassagen. Dann ändert sich das Gelände. Das Tal wird breiter und die Berge flacher, somit auch die Piste. Zumal läßt der Wind auch nach.

Dann große Flächen mit Fels, dann die Pusta. Immer mehr Wasserflächen tauchen auf. Ich komme an ein großes Stauseeprojekt, welches ich umfahre. An einem See spreche ich mit einem Hamburger, der gestern vom Hedubreid zur Askja wollte. Durch den Sturm wurde das nichts. Piste gesperrt, wegen keine Sicht. Ich bunkere hier nochmal Wasser im Wassersack und weiter geht es. Dann ein Parkplatz mit großer Hinweistafel über die Stauseen und die Technik. Ich sehe mir es an, und sehe das es hinter dem Hügel leicht Terassenförmig runtergeht. Ich schaue mir mal so die Fläche an und finde eine Stelle für das Zelt. Hier bleibe ich und habe einen weiten Ausblick.
Montag, 24. Juli 2017

Noch zu später Stunde kamen noch Autos vorbei, die auch anhielten.
Heute morgen war ich früh fertig und fuhr schon mal zur Infotafel zur dortigen Sitzgelegenheit und wollte dort telefonieren. Ein Auto nach dem anderen kam angefahren und dann noch der Bus. Ich fuhr ab. Es ging den Berg runter. Dort ging nach rechts ein Weg ab mit Hinweis auf Hotpot und anderes. Ein junge Frau stand dort mit ihren Hunden. Ja, der Hotpot ist leider defekt. Waser? Nicht das Wasser aus dem Stausee dort, holen sie sich Wasser vom Haus, das ist besser. 300 m, wasser aufgefüllt und zurück. Zwischenzeitlich war ein Bus gekommen. Dort gab sie dann ein großes Paket hinein. Ich bedankte mich und radelte weiter. Der Tag wurde schön. Der Weg mal glatt, mal sehr mit großen Steinen durchsetzt. Irgendwann sah ich im Spiegel einen schwarzen Punkt, der immer größer wurde und ein Radfahrer wurde. Er überholte mich und hielt an. Aus Polen kommt er. Noch kurze Infos und er gab Gas. Keine zwei Kilometer weiter hatte ich ihn an einer Schutzhütte nah der Strasse wieder ein. Sie war offen und die Wände voll mit Namen und Sprüchen, fast nur Radler und Hiker. Ein paar Bilder gemacht und weiter ging es. Dachte ich schon, das hier wohl wenig Radler unterwegs, täuschte ich mich. Sogar ein Paar mit sehr wenig Gepäck und auf Rennrädern. Sie waren ganz schön am stönen.
Dann die Entscheidung Campingplatz oder nicht. Zwei Kilometer nach rechts ab. Ok. Heiße Quellen gab es dort. Platz kostete das doppelte als sonst. Die Tasse Kaffee umgerechnet 4,5€. Der große Parkplatz war schon voll, aber es kamen immer noch Fahrzeuge angefahren. Ich fand es ungemütlich und zog von dannen.

Richtung Gullvoss 89 Km - das ist jetzt meine Tour. Es wurde dann noch so warm, das ich erstmal mit freiem Oberkörper fuhr und anschließend mir auch eine kurze Hose anzog. So ließ es sich aushalten. Im Windschatten eines großen Steines machte ich mir mein Abendessen. Danach wollte ich aufgrund des schönen Wetters noch ein bisschen fahren. Die Strecke war recht rauh und viel Wellblech. Ich musste oft hin und her, um das zu umfahren. Die Sonne warf schon lange Schatten, das Fotolicht wurde immer besser. Dann immer Wolken, nein Nebel der schnell von den Gletschern her aufstieg. Soll oder muss ich auf der freien Pläne übernachten, oder finde ich noch was anderes. Da oben Schilder. Ja, links von der Strasse gut 200 m seicht hoch ein Aussichtspunkt. Ein Schweizer mit seinem VW Bus steht auch schon da. Hier sieht das gut aus. Im Sicherheitsabstand baue ich mein Zelt auf. Der Mann kommt zu mir und wir klönen, während ich das Zelt errichte. Ruckzuck kommt der Nebel hoch. Die Piste und die Berge sind verschwunden. Aber es dauert nicht lange und man sieht sie wieder, oder auch nicht. Ein ganz besonderes Licht herrscht jetzt. Die Bergkette, man es es nicht beschreiben, wie das aussieht. Es ist aber bei mir eingebrannt.
Dienstag, 25. Juli 2017

Was geschah noch so in der Nacht, der Supergau, na ja. Ich arbeitete noch meinen Tagesbericht ab und schaute immer mal wieder nach draußen. Ein ganz besonderes Licht. Man muss es gesehen haben.Irgendwann wollte ich dann in die Koje.
Mir fiel auf das die Kopfseite abwärts zeigte. Okay, dann lege da heute mal die Füße hin. Gesagt getan, gedreht wie auch immer, plötzlich war die Luft raus aus der Expeed . Sch.... schon wieder das Ventil? Nein das ist okay. Was ist es dann? Ich hatte schon aufgrund des Schotterbodens zwei Foodprint ausgelegt. Ich sah mir den Zeltboden an - kein Loch, kein nichts. Die Matte mit der Lunge aufgepumpt, kaum voll, wieder leer. Ich suchte das Loch unten in der Matte. Nichts. Wieder aufpumpen, dann ruhig und mal hören, ja da höre ich es . Nicht unten, nein oben aus der Liegefläche ein gut 0,5 cm langer Riß. Ach Du ahnst es nicht. Das muss beim drehen evtl. mit der Gürtelschnalle oder was auch immer passiert sein. Es hilft nichts. Ich weiß, wo Tape ist - und klebe es drauf. Es hält erstmal die Luft. Am morgen war sie noch nicht ganz platt. Ich flickte sie dann mit Fahrradschlauchflicken. Sieht gut aus.

Dann erst mal Frühstücken. Danach kommt Max aus der Schweiz nochmals zu und wir schwatzen. Nachher sitzen wir beide bei ihm im Bus und unterhalten uns angeregt. War richtig nett. Es wurde dadurch zwar die Abfahrt, aber ich bin ja nicht auf der Flucht. Heute viele Radler gesehen. Drei junge Franzosen, vier Italiener. Ein junges Paar aus Holland wollte gerade Picknick an einer Furt und fragten mich, ob ich denn nicht hier bleibe zum schnacken. Klar doch, ich hatte ja heißen Tee und so war schnell eine halbe Stunde rum.
Das Wetter, blauer Himmel Sonnenschein, wenig Wind. Es ging gut voran, obwohl einige Hügel wieder Kraft kosteten. Aber ich fuhr sie alle, ohne schieben. Heute Morgen hatte mir Max eine Übernachtungsstelle empfohlen, die ich dann gegen abend aufsuchte. Ich fand dort auch einen Platz und bin jetzt gespannt, ob die Matte hält.
Dann mal Gute Nacht.

Mittwoch, 26. Juli 2017

Wieder eine Nacht in Ruhe verbracht. Den Platz hatte mir Max empfohlen. Okay. Noch einen Rundgang gemacht und die Morgensonne ausgenutzt. Noch einige Kilometer geht es auf der F 35 weiter. Hoch, runter, glatt, aber auch starker Schotter. Dann folgt eine mehrere Kilometer lange steile Abfahrt. Trotzdem anhalten und Fotos machen. Schwarze Lava in Mengen. Unten an der Brücke angekommen, sehe ich schon wieder die steile Auffahrt. Nach einer Teepause klapt auch das. Oben angekommen geht es ruhig weiter. Dann fängt die 35 an. Unterschied zur F ? Jetzt ist sie geteert. Hier am Infopunkt höre ich mir die Geschichten derjenigen an, die hier Autos geliehen haben. Unglaublich.
Noch wenige Kilometer zum Gullvoss. Klar, anderes habe ich nicht erwartet. Was tun? Ein junger Mann aus der Schweiz mit Rad fährt ein Stück zurück und will gg. 03-04 Uhr wiederkommen. Das mache ich auch. Fahre aber die andere Richtung und finde eine schöne Stelle. Merken.
Bis zum nächsten Campingplatz fahre ich und treffe dort auf das Pärchen mit den Fatbikes. Auch sie suchen einen Supermarkt. In Fludir, 35 km oder Selfoss 75 km gibt es einen.

Ich esse auf Empfehlung der Beiden eine große Pizza. Dann werde ich langsam zurück fahren und mich ein bisschen verziehen.
Donnerstag, 27. Juli 2017

Es geht zum Gullfoss und weiter zum Geysir. Bericht und Bilder HIER