Island 2017 mit dem Rad

von Martin Bruns

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Resümee der Tour durch Island:


Traumreise/Reisetraum/Albtraumreise/Wunschreise/......./????
Ja, was war es denn nun?

Ganz klar in Sachen Landschaft eine wirkliche Traumreise. Diese Art von Landschaft in Verbindung mit dem Himmel ist einzigartig. Das habe ich genossen. Auch die Kontakte mit vielen lieben Menschen aus aller Welt, die man unterwegs oder auf Campingplätzen getroffen hat, sich ausgetauscht und gemeinsame Unternehmungen gemacht hat.

Viele von denen sind "Mehrfachtäter", sprich sie waren schon des öfteren hier.

Jeder empfindet dieses Land auf seine Art und Weise und steckt Nachteile weg/blendet sie aus. Allerdings habe ich auch andere Meinungen gehört von : Einmal, es reicht mir, oder ich werde noch mehrmals anreisen.

Wir, die Radfahrer, die Hiker und auch die Kradfahrer erleben die Natur pur, ohne schützendes Blechkleid. Aber nur so kann man ein Land intensiv kennenlernen. Ich spreche da aus Erfahrung, bin ich doch selbst über dreißig Jahre in der Blechkiste unterwegs gewesen.

Eindeutig war allerdings bei fast allen Reisenden rauszuhören, das der sprunghaft gestiegene Tourismus negativ zu buche schlug. Die Mengen von Leihwagen, die, die Straßen im Eiltempo befahren, ist sehr nervig. Klar, das Leihauto war teuer, der Urlaub ist kurz und man will in dieser Zeit so viel sehen, wie möglich, also gibt man Gas - egal wo. Das Wort Rücksichtsvoll wird ersatzlos gestrichen. Was interessiert mich der andere. Gerade auf Schotterpisten, wo es zum Teil erheblich staubte und die Steine flogen, wurde ohne die Geschwindigkeit zu reduzieren gefahren. Egal, ob Hiker, Radfahrer, Motorradfahrer oder Auto entgegen kamen oder überholt wurden.

Die, die zum Beispiel die Geschwindigkeit, bei mir als Radfahrer wirklich senkten, kann ich bequem an zwei Händen abzählen. Und die, die auf wenig befahrenen Pisten sogar nach meinem Befinden fragten, bzw. ob ich etwas brauche, waren noch weniger, und die, die es machten, waren keine Deutschen. Da fielen die Schweizer positiv auf und ein netter junger Mann aus Mexiko.

Island ist ein besonderes Reiseland -leider nicht mehr (lange)- worauf man/frau sich vorbereiten sollte. Die Werbefilme der Tourismusbranche der Isländer die u. a. im Internet gezeigt werden, werden überhaupt nicht angesehen, oder nur von den zwei Händen voll, die wahrscheinlich sowieso vernünftig fahren.

Eine zweite Kategorie Autofahrer sind die der verschiedensten Adventurereisenunternehmen, Gletscherbefahrungen, Pseudonaturschutztouren. Sie fallen auf mit ihren "Superjeeps" und großen Allradbussen, nicht vom aussehen alleine, sondern vom Fahrstil. Ich will auf keinen Fall alle über einen Kamm scheren, aber die ich habe fahren gesehen, fuhren allesamt wie die gehirnamputierten, vor allen dann wenn sie voll besetzt mit Touristen waren -auch in den Werbefilmen zu sehen-. Die geländefähigen Busse, die Touristen durch die Gegend schaukelten, (hier sind nicht Linienbusfahrer gemeint) können nicht so schnell, aber trotzdem rücksichtslos fahren. Müssen sie aber auf einem großen Parkplatz ihr Vehikel rückwärts bewegen, dann sind sie hilflos, wie nur was.

Vielleicht sehe ich das ja alles viel zu eng. Aber es ist meine Meinung. Da gibt es noch viel zu bemängeln in diesem "Abenteuerland" was keines mehr ist. Die Straßen werden im rasanten Tempo geteert, Parkplätze mit geschützten Sitzecken, Toiletten werden aber vergessen.
Es mag sein, das im goldenen Zirkel, die gut hundert Kilometer Umkreis von der Hauptstadt, mehr getan wird, da da hauptsächlich die Massen von Touristen per Bus zu den Sehenswürdigkeiten gebracht werden. Ich habe diesen Zirkel beim Gullfoss und Godafoss lediglich geschrammt, aber habe es dort life gesehen. Kein Kommentar dazu.
Nicht nur in meinen Augen wird Island von den Touristen überrollt, obwohl es in Sachen Tourismus noch ein Entwicklungsland ist. Da gibt es noch viel zu tun. Die Isländer selbst sind über die Massen auch nicht erfreut und ärgern sich über Falschparker vor Einfahrten und wildem Campen auf offensichtlich privatem Grund.

Fragt man, habe ich kein Nein zu hören bekommen. Selbst ausprobiert.


Wer also Island selbst erleben möchte, sollte es bald tun, oder bis zum nächsten Börsencrash warten, der schon von einigen prophezeit wird. Wie er das dann macht, ob zu Fuß, Rad, Motorrad, Auto, Wohnmobil oder in/mit einer Gruppe ist jedem selbst überlassen. Meine Art zu Reisen -die Individualreise- ist nicht jedermanns Sache. Allerdings sollte ein bisschen Zeit über sein, um auch mal die absolute Ruhe in der Landschaft zu genießen und nur noch seinen eigenen Herzschlag zu hören. Einfach mal eine kleine Tour in die Landschaft machen, hinsetzen und genießen.

So, das soll es sein.


Zur Information:

Das nachfolgende Resümee gibt meine eigene Meinung wieder. Es gibt auch ein paar Ausschweifungen, aber das muss sein.
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Fast, das gibt einen denn auch noch zu denken. Hier ein Artikel vom 16.9.2017 aus der Süddeutschen Zeitung: